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Stormarner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 14:19 Uhr

Grossensee : Neue Heimat auf 40 Quadratmetern

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

In Großensee wurden jetzt vier Mobilheime für Flüchtlinge vorgestellt – zwei weitere Häuser sind für Lütjensee bestellt. Die Unterkünfte werden in Polen hergestellt.

Das Amt Trittau ist gerüstet für die Aufnahme von Flüchtlingen: In Großensee. präsentierte Amtsvorsteher Ulrich Borngräber jetzt vier neue Mobilheime. Die 40 m² großen Häuschen auf dem ehemaligen Bolzplatz des Sportparks sind für die Belegung mit vier bis fünf Personen geeignet. Dazu wurde ein Waschhaus mit Waschmaschine und Trockner sowie zwei zusätzliche Toiletten errichtet.

Die Kosten pro Mobilheim – zwei weitere für Lütjensee sind bestellt – betragen 46  000 Euro. „Wir haben uns für diese Variante entschieden, weil man sie per Tieflader gut wieder abtransportieren kann und es einen guten Wiederverkaufsmarkt im Campingbereich gibt“, sagt Borngräber.

Die Mobilheime erfüllen die europäischen Standards, sind winterfest, haben gut isolierte Fenster, einen isolierten Fußboden sowie ein Belüftungssystem, das ohne Strom funktioniert. Hergestellt wurden sie in Polen, in der Nähe von Trittaus Partnerstadt Wielisczew. Wann die ersten Flüchtlinge dort einziehen werden, ist aber noch unklar. „Wir sind in der komfortablen Lage, derzeit 80 freie Plätze anbieten zu können, weil die Prognose des Landes sich nicht erfüllt hat“, so Borngräber. Man habe Wohnungen und Häuser angemietet und gekauft, die teilweise noch hergerichtet werden, weil man von 400 bis 600 Flüchtlinge bis Ende 2015 ausgegangen war. Es waren aber nur 300, die kamen, aktuell sind im Amt 239 Flüchtlinge untergebracht. „Im Moment gibt es keine Prognosen, wie müssen abwarten, was passiert“, so Borngräber. Von vornherein habe man auf dezentrale Unterbringung gesetzt.

Das Gelände am Sportplatz ist kein Baugebiet. Die Aufstellung der Mobilheime wurde vom Kreis für fünf Jahre mit der Möglichkeit zur Verlängerung genehmigt. „Wir versuchen, bei der Belegung ein ausgewogenes Verhältnis herzustellen“, sagt Christina Henning vom Fachdienst Soziale Hilfen des Amtes Trittau. Aber letztlich müsse man die Menschen unterbringen, die vom Kreis zugewiesen würden.

Das Sozialamt wurde um eine halbe Stelle verstärkt, und auch ein weiterer Hausmeister wurde eingestellt. Zudem sind vier Sprach- und Kulturmittler unterwegs, die Arabisch, Farsi, Urdu, Kurdisch und Afghanisch sprechen und dem Amt bei der Aufnahme helfen, aber auch im Krankheitsfall dolmetschen und kulturelle Unterscheide erklären.

Zudem gibt es einen aktiven Freundeskreis Flüchtlinge, der 2014 von Ulrich Borngräber gegründet wurde. Rund 100 Ehrenamtler helfen bei Alltagsfragen, unterrichten Deutsch oder reparieren Fahrräder. „Derzeit gibt es in Großensee keinen Flüchtling ohne Paten, aber wenn neue Menschen kommen, können wir weitere Ehrenamtliche gebrauchen“, so die neue Flüchtlingsbeauftragte Andrea Schröter: Ruf 0162/479  6512, Fax (04154) 807  975, Mail an a.schroeter@trittau.de erreichen.

Die Kosten werden von der Gemeinde über den Kreis an das Land weitergegeben: 1000 Euro gibt es einmalig pro Flüchtling, die Kosten für die Unterbringung trägt der Kreis. Wer als Asylsuchender anerkannt ist, wird dem Jobcenter zugeordnet. „Trotzdem ist das nicht ganz kostendeckend, denn wir haben im Südkreis etwas höhere Mieten als im Norden. Da reicht die Pauschale manchmal nicht. Außerdem treten wir oft in Vorleistung“, so Großensees Bürgermeister Karsten Lindemann-Eggers. Auch Energiekosten werden nur pauschal abgerechnet. Der Bolzplatz wird nicht ersetzt. „Der wurde kaum noch genutzt“, so Lindemann-Eggers.

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