Neue Glocken für die Kirche

In 16 Metern Höhe werden die Turmuhr-Glocken abmontiert.
1 von 3
In 16 Metern Höhe werden die Turmuhr-Glocken abmontiert.

Für 20 000 Euro Spendengelder werden die beiden historischen Klangkörper saniert

shz.de von
27. Juni 2014, 00:33 Uhr

Drei Jahre lang schlugen die Turmuhrglocken nicht mehr zur vollen Stunde vom Turm der Matthias-Claudius-Kirche. Das hätten die Reinfelder doch sehr vermisst, sagt Ulrike Stahmer von der evangelischen Kirchengemeinde. Sonst wäre ihre Spendenbereitschaft vielleicht nicht so groß gewesen. Insgesamt wurden 20 000 Euro für die Reparatur der neuen Turmuhrglocken gespendet. Allein 4 300 Euro kamen beim Gemeindefest „Talente rund um die Kirche“ am Wochenende zusammen. „Das sind immerhin 700 Euro mehr als im vergangenen Jahr“, freut sich Organisatorin Marlies Stolp über den großen Erfolg.

Das meiste Geld kam durch Gemeindefeste, Flohmärkte und Privatspenden zusammen. 3 000 Euro wurden allein von nur einem Spender für die neuen Glocken überwiesen. Er möchte jedoch nicht genannt werden. Der Weg ist also frei für die Sanierung. Die Glocken wurden in 16 Meter Höhe von einer Hamburger Spezialfirma mit einem Hubwagen vom Uhrenturm geholt. Immerhin wiegen die Glocken 35 und 55 Kilogramm. Eigentlich sollten sie Kriegsende eingeschmolzen werden, was die eingravierten Nummern belegen. Doch schließlich kamen sie nicht im Krieg zum Einsatz und landeten wieder auf dem Uhrenturm. Die größere historische Glocke stammt aus dem Jahre 1561, die kleinere aus dem 17. Jahrhundert. Erstere hing bereits im Reinfelder Kloster und ist eines der ältesten Stücke der Stadt. Nun werden sie in Deutschlands einziger Glockenschweißerei in Nördlingen repariert. Das sei, so Uhrenspezialist und Ehrenamtler Gerhard Evers aus Heilshoop, dringend nötig.

Schon vor zwei Jahren inspizierte er die Glocken, reparierte die mechanische Uhr aus dem Jahre 1900 und stellte gravierende Mängel bei der Aufhängung fest. Verrostet und nicht mehr sicher – da musste schnell Abhilfe geschaffen werden. Beim Abbau bemerkte er, dass die Dämpfungsfedern klapperten aufgrund mangelnder Befestigung. Auch der Hammer sei falsch eingestellt gewesen, so Fachmann Evers. Wahrscheinlich wird die Reparatur ein Vierteljahr in Anspruch nehmen. Dann schlagen die Turmuhrglocken wieder stündlich in der Karpfenstadt. Pastor Bernd Berger: „Meines Wissens ist die Kirchturmuhr die einzig öffentliche Uhr Reinfelds.“ Doch es besteht noch weiterer Sanierungsbedarf.

Bei einer Begehung wurde festgestellt, dass auch die großen Läuteglocken im Kirchturm sanierungsbedürftig sind. Ein Projekt, das ebenfalls angegangen werden muss. Marlies Stolp: „Wir bedanken uns bei allen, die uns mit Rat und Tat und ihren Spenden so tatkräftig unterstützt haben.“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert