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Neu in Bad Oldesloe: Geliebt und vergessen – Das deutsche Kino der Nachkriegszeit

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

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erstellt am 18.Okt.2017 | 11:45 Uhr

Am kommenden Donnerstag, 26. Oktober, um 19 Uhr startet im Kub eine neue Filmreihe: In Kooperation mit der Volkshochschule werden drei deutsche Filme der 1950er-Jahre gezeigt, die sich mit der Gesellschaft zwischen Nachkriegszeit und Wirtschaftswunder auseinandersetzen. Den Anfang macht „Der Förster vom Silberwald“ aus dem Jahr 1954. Der Filmwissenschaftler Felix Arnold begleitet alle Vorführungen mit Vor- und Nachgesprächen.

Größer könnte der Kontrast nicht sein: Das Publikum liebte das populäre Kino der jungen Bundesrepublik, bei der Kulturkritik und im Ausland hatte es jedoch einen äußerst schweren Stand. Der Verlust zahlreicher Filmschaffender von internationalem Rang, die Deutschland ab 1933 verlassen mussten oder nach 1945 als kompromittiert galten, wog schwer. Auch heute noch gelten die Filme der Nachkriegsjahre als platte Heile-Welt-Unterhaltung, geschichtsvergessen und belanglos.

Bereits mit der vorangegangenen Filmreihe „Propaganda. Das Kino der NS-Zeit“ regten das Kub und die VHS zu einer eigenen, kritischen Auseinandersetzung mit den gezeigten Filmen an. „Geliebt und vergessen – Das deutsche Kino der Nachkriegszeit“ knüpft dort zeitlich an.

Die Reihe bietet die Gelegenheit, das Filmschaffen der 1950er-Jahre wiederzuentdecken und das Bild, das es von der deutschen Gesellschaft am Übergang von Nachkriegszeit zum Wirtschaftswunder zeichnet, zu überprüfen. Zu sehen sind „Der Förster vom Silberwald“, „Es geschah am hellichten Tag“ und „Die Landärztin vom Tegernsee“.

Das Besondere: In Vor- und Nachgesprächen geht Filmwissenschaftler Felix Arnold auf den zeitgeschichtlichen Kontext ein und kommt mit den Zuschauern ins Gespräch.

Der erste Film, „Der Förster vom Silberwald“ von 1954 mit Anita Gutwell und Rudolf Lenz als ungleiches Liebespaar, spielt vor der beeindruckenden Kulisse der Alpen. Als Hubert, der neue Förster vom Silberwald, bei einem Jägerball Liesl kennenlernt, scheint sein Glück perfekt. Doch während er ihr die Schönheiten des Silberwaldes zeigt, taucht Liesls Verehrer Max aus Wien auf, der eine Beziehung der beiden mit allen Mitteln verhindern will.

„Der Förster vom Silberwald“ ist bis heute einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Filme und war Auslöser für die Produktion einer unüberschaubaren Zahl ähnlicher Stoffe. Zusammen mit Hans Deppes „Grün ist die Heide“ prägte er über Jahrzehnte das Heimatfilm-Klischee des deutschen Kinos. Heute öffnet uns der Film ein Fenster in eine fremde Welt und erzählt ganz nebenbei von wesentlichen Konfliktthemen seiner Zeit: Stadt gegen Land, Fortschritt gegen Traditionsbewahrung, Heimatverlust.

>Eintrittskarten sind online und in der Stadtinformation in Bad Oldesloe erhältlich. Kurzentschlossene können auch an der Abendkasse im Kub ab einer Stunde vor Veranstaltungsbeginn Tickets erwerben.

>Der Eintritt kostet 6,50 / 4,50 Euro.

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