Nett, perfekt und vielseitig

Der Trittauer Fischer Peter Siemsen räuchert Aale und Forellen  im eigenen Ofen.
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Der Trittauer Fischer Peter Siemsen räuchert Aale und Forellen im eigenen Ofen.

Selbst die Aussteller schwärmen vom Trittauer Kunsthandwerkermarkt und kommen jedes Jahr gerne wieder

shz.de von
08. Oktober 2012, 08:41 Uhr

Trittau | "Das ist genau die richtige Bekleidung für dieses Schietwetter", sagt Brigitte Tschoepe aus Bad Oldesloe und deutet auf die Mützen, Schals, Westen und Handschuhe aus Filz. In einem wetterdichten Rundzelt trotzt sie auf dem 32. Trittauer Kunsthandwerkermarkt dem Regen - und mit ihr rund 150 weitere Aussteller aus ganz Deutschland.

Die Oldesloerin zeigt in Kirgistan handgefertigte Ware aus feinem Filz, oftmals vermischt mit Seide. "Das Filzen hat in Kirgistan seit vielen 1000 Jahren Tradition", sagt die Kunsthandwerkerin. Selbst würde sie die bunten Filzaccessoires, die wind- und wasserdicht sind, niemals so wunderschön fertigen können. Das Material sei sehr robust und auf die oft frostigen Wetterverhältnisse in Kirgistan abgestimmt. Auch kirgisische Teppiche hängen an den Zeltwänden. "Man geht wie auf Wolken auf diesen handgewebten Unikaten", schwärmt Brigitte Tschoepe.

Gleich am Anfang des Kunsthandwerkermarktes rund um die Wassermühle hat Scherenschleifer Michael Schlüter aus Kassel seinen Stand aufgebaut. Hier schärft er in guter, alter Tradition auf dem drehbaren Schleifstein jedes Messer. "Wir kommen schon zum neunten Mal nach Trittau. Es gefällt uns hier", sagt der Handwerker. Und mit dem Blick gen Himmel: "Das Wetter ist nun mal so, wie es ist."

Einige Meter weiter riecht es nach geräuchertem Fisch. Peter Siemsen und seine Frau Doris räuchern hier vor den Augen der Besucher Aale und Forellen. Goldgelb hängen die ersten Exemplare nach mehr als zweistündigem Räuchern im Ofen. "Wir sind mindestens schon 15 Jahre hier mit dabei", erzählt Doris Siemsen, während sie einem Kunden ein frisch belegtes Fischbrötchen über den Tresen reicht. "Wir haben es ja nicht weit", ergänzt Peter Siemsen: "Wir kommen aus Trittau. Fast jeder kennt uns hier." Die Atmosphäre sei nett, der Markt perfekt organisiert und auch bei Regen gut besucht. "Vor allem am Sonntag strömen hier nur so die Massen", sagt seine Frau.

Gleich gegenüber sieht es richtig schön bunt aus. Dort gibt es mit Glasperlen gefüllte kleine Kuscheltiere. Ein Junge aus Witzhave hilft am Stand aus und versucht, die ulkigen Tierchen an den Mann oder die Frau zu bringen: eine Eier legende Wollmichsau, ein Stachelschwein, eine kunterbunte Raupe oder einen Tausendfüßler. "Die Füllung ist aus winzigen Glasperlen, die von blinden tibetanischen Mönchen geschliffen wurden", erklärt er einem Kunden.

Überhaupt gibt es auf dem Markt viel zu bestaunen: Bürsten für alle Gelegenheiten, selbst hergestellte Seifen, handgemachte italienische Pralinen aus Mandeln, Glasbläsereien, Bärlauch- und Kräuterbrot frisch aus dem Backofen, Honig aus eigener Imkerei, Patchwork, Herbstdekorationen, Gartenfiguren aus Stahl und Küchenutensilien aus Olivenholz. Fischer Peter Siemsen bringt es auf den Punkt: "Der Trittauer Markt ist sehr vielseitig. Die Kunsthandwerker kommen von weit her. Auch wir sind jedes Jahr wieder mit dabei."

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