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Stormarner Tageblatt

18. Oktober 2017 | 06:15 Uhr

Neritz will seine Brunnen nutzen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Klares Votum gegen eine zentrale Wasserversorgung in der Gemeinde

shz.de von
erstellt am 18.Sep.2014 | 14:32 Uhr

Mit einstimmigem Votum hat die Gemeindevertretung Plänen für eine zentrale Wasserversorgung eine Absage erteilt. Für die Bürger bedeutet die Entscheidung, dass sie ihr Trinkwasser weiterhin aus Einzel- oder Gemeinschaftsbrunnen beziehen können oder müssen.

Das Thema wurde in Neritz immer wieder einmal diskutiert. Zuletzt gab es eine Umfrage. Dabei entschieden sich nur 35 Haushalte für den Anschluss an Stadtwasser. 68 Haushalte wollten lieber ihre Brunnen behalten. Die anderen hatten nicht geantwortet.

Die Gemeinde hatte dennoch Gespräche mit den Stadtwerken Bad Oldesloe geführt. „Ein Anschluss an das Netz würde jeden Haushalt geschätzt 7200 Euro kosten“, so Bürgermeisterin Karen Lienau (ANW). Die zentrale Wasserversorgung wäre mit einem Anschlusszwang verbunden. „Ich persönlich bin nicht für einen Anschlusszwang. Dafür haben sich zu viele dagegen entschieden“, sagte Karen Lienau. Hubert Stebner (BEN) und Mandy Rönnfeld (ANW) sehen das auch so: „Bei einem Anschlusszwang würde es nur Streit im Dorf geben“. Es wurde auch über eine Teilversorgung diskutiert. „Die Stadtwerke haben angeboten, dass sich 80 Prozent der Haushalt sofort an die Trinkwasserversorgung anschließen müssten und die anderen dafür drei Jahre Zeit hätten“, so Karen Lienau.

Parallel wurden Gespräche mit der Unteren Wasserbehörde und dem Gesundheitsamt geführt. „Dem Neritzer Trinkwasser wurde gute Qualität bescheinigt“, so die Bürgermeisterin. In Haushalten, in denen es Probleme mit der Qualität geben, liege es meist an Einstellungen der Aufbereitungsanlage. „Bei der Beseitigung der Probleme wären die Ämter bereit den Betroffenen zu helfen“, so Lienau. Ein Verbot der Brunnen sei nicht geplant, allerdings könnten die Behörden auch nicht in die Zukunft sehen.

Nichtöffentlich wurde dann über die Suche nach Öl und Gas im „Erlaubnisfeld Leezen“ beraten, in dem Neritz liegt. Hier könnte auch das umstrittene Fracking in Frage kommen. Die Gemeindevertretung Neritz hat dazu dann die folgende Stellungnahme verfasst:

„Im Hinblick auf die noch nicht abgeschlossenen politischen und rechtlichen Diskussionen zum Thema Fracking spricht sich die Gemeinde Neritz entschieden gegen eine Aufnahme ihres Gemeindegebietes in Aufsuchungsgebiete für Kohlenwasserstoffe aus. Nach derzeitigem Erkenntnisstand können von Fracking erhebliche Gefahren ausgehen. Es ist noch nicht erkennbar, ob und wie der Gesetzgeber diesen Gefahren begegnen will. Weil es jeder Erfahrung widersprechen würde, dass aufgefundene Kohlenwasserstoffe nicht auch gefördert werden und zu befürchten steht, dass dies auch mit sogenannten unkonventionellen Fördermethoden wie Fracking geschieht, verbieten sich zurzeit alle Schritte, Kohlenwasserstoffe in unserer dicht besiedelten Region aufzusuchen. Sollte sich eine gemeindeübergreifende Initiative bilden, erklärt die Gemeinde sich zur Mitwirkung bereit und würde sich gegebenenfalls auch anteilig an den Kosten der Rechtsberatung beteiligen.“


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