Elmenhorst : Nein zur Stromautobahn

Die südlichste Variante: So würde die Trasse verlaufen.
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Die südlichste Variante: So würde die Trasse verlaufen.

Hochspannung in Elmenhorst: Eine Arbeitsgemeinschaft macht gegen die mögliche Trasse mobil. Am 21. Januar findet ein Infoabend in der Gemeinde statt.

shz.de von
16. Januar 2015, 06:00 Uhr

Nach Hamberge ist nun auch die Gemeinde Elmenhorst aufgeschreckt und wegen der möglichen Stromtrasse in Sorge: Netzbetreiber Tennet hat in Abstimmung mit dem Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume vor, eine Stromautobahn (Ostküstenleitung) von Ostholstein in Richtung Henstedt-Ulzburg aus dem Boden zu stampfen. Wie berichtet ist in (möglicherweise betroffenen) Gemeinden das Dialogverfahren voll im Gange. Es wird nach der Strecke gesucht, auf der die Stromleitung gebaut werden soll. In Hamberge hatten jetzt bei der Auftaktveranstaltung zur Bürgerbeteiligung „Ostküstenleitung“ so um die 250 Einwohner zahlreiche Fragen. Das wird beim Dialog in Elmenhorst nächste Woche vermutlich nicht anders sein.

Denn: Eine der drei Streckenvarianten, die „Südtrasse“, würde über das Elmenhorster Gemeindegebiet führen. Das könnte bedeuten, dass eine 100 Meter breite Trasse mit bis zu 84 Meter hohen Strommasten und starken Leitungen mit einer Leistung von 380 kV aus Richtung Bargfeld-Stegen kommend über die B 75 zwischen Floggensee und dem Ortsrand von Elmenhorst und Fischbek gebaut werden könnte. Unmittelbar betroffen wären das neue Baugebiet an der Bundestraße 75 und die Straßen Manhagen, Am Sanden, Bargredder, Heisch.

Dazu hat Thomas Stricker von der UBE (Unabhängige Bürger Elmenhorst) in Abstimmung mit der Gemeindevertretung eine Arbeitsgruppe gegen die Stromtrasse gegründet und wichtige Informationen gesammelt. Die Südtrasse „möchten wir verhindern“, erklärt die frühere Bürgermeisterin Karen Rinas (UBE) von der Arbeitsgruppe gegen die „Stromautobahn Elmenhorst“ – und sagt auch warum – weil ...:
>die Entwicklungsmöglichkeiten von Elmenhorst auf der vom Land vorgegebenen Bebauungsachse für immer beeinträchtigt werden
>die Wohnqualität der Bürger, insbesondere der Anlieger, aufgrund der 100 Meter breiten Schneise und der weit sichtbaren bis zu 84 Meter hohen Strommasten abnehmen könnte
>gesundheitliche Risiken aufgrund der elektromagnetischen Strahlungen nicht einzuschätzen sind
>alternative Streckenverläufe, die nicht über Elmenhorster Gemeindegebiet verlaufen, im Vergleich geeigneter erscheinen.

Das sieht Hamberges Bürgermeister Paul Friedrich Beeck wohl genauso. Wie er im Rahmen des Dialogverfahrens in seiner Gemeinde, die bei der Südtrasse ebenfalls betroffen wäre, unserer Zeitung sagte, sei diese Variante mit 60 km die längste und teuerste. Kosten: 1,4 Millionen Euro pro Kilometer!

Nun macht die AG Elmenhorst mobil und ruft Einwohner auf, der Streckenvariante zu widersprechen. Dazu haben die Bürger am Mittwoch, 21. Januar, im Gemeindezentrum Gelegenheit. Ab 18 Uhr findet dort das Dialogverfahren und die Bürgerinfo-Versammlung mit Tennet und Vertretern der Landesregierung statt.



Weitere Informationen im Internet: www.spannung.ube-elmenhorst.de

Bereits am Montag, 19. Januar, findet die Info-Veranstaltung zur möglichen Stromtrasse im Travenbrücker Gemeinschaftshaus in Tralau und am Donnerstag, 22. Januar, im Gemeinschaftshaus Mönkhagen statt.

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