Nahsicht und Klarheit

Helmut Helmes, Wimpernzittrige, 2011, Öl auf Leinwand.
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Helmut Helmes, Wimpernzittrige, 2011, Öl auf Leinwand.

Arbeiten von Christian Ruckdeschel und Helmut Helmes sind in der Galerie Oetjendorf zu sehen

shz.de von
12. Mai 2015, 12:31 Uhr

Die Galerie Jürgensen in Oetjendorf (Oetjendorfer Landstraße 42) lädt zu einer Doppelausstellung ein mit Arbeiten von Helmut Helmes und Christian Ruckdeschel, die am kommenden Sonntag eröffnet wird.

Helmut Helmes aus dem Oldenburger Land (1949 geboren, in Osnabrück und Bremen ausgebildet) malt das, was ihn täglich umgibt: Landschaften, Pflanzen, Tiere und andere Portraits. Er tut es auf eine hintersinnige sehr ungewöhnliche Weise, denn er holt sein Sujet so dicht heran und geht in eine solch extreme Nahsicht, dass der Betrachter sich völlig verblüfft als Winzling in einer riesigen Urwiese wiederfindet oder ganz unvermittelt einer großen Kuh in die friedlichen Augen sieht.

Dazu trägt Helmes die Farbe so dick auf, dass das Farbrelief die überwältigende Präsenz des Bildobjekts bricht und ins Ungegenständliche treibt. Mit Witz und Geist stellt er immer wieder die Frage: Wer guckt wen an, und wer ist klüger?

Die Galerie Jürgensen in Oetjendorf zeigt seine Bilder in einer Doppelausstellung mit Christian Ruckdeschel aus dem Fichtelgebirge, der sich auf der Suche nach grundlegenden Erscheinungsformen und Zusammenhängen unseres Daseins der Bildhauerei zuwandte: „Die skulpturalen Elemente wie Material, Form, Raum, Konstruktion und Rhythmus haben ihre jeweiligen Entsprechungen im körperlichen Erfahrungsschatz. So entspricht das Material dem fleischlichen Körper, die Form der Emotionalität, der Raum den Seelenräumen und die Konstruktion der Rationalität.“

Er arbeitet mit Kalkstein, Granit, Basalt, Marmor und Diabas und verbindet dabei zwei entgegengesetzte Tätigkeiten: die abtragende und die aufbauende. Manche Skulpturen sind aus einem einzigen großen Stein gearbeitet, andere aus verschiedenen Steinarten zusammengesetzt. In ihrer reichen Allansichtigkeit, ihrer farbigen Materialvielfalt und ihrer meisterlichen Bearbeitung sind sie hochästhetische Gebilde von kraftvoller Klarheit.

Zur Vernissage am Sonntag 17. Mai, sind die Künstler anwesend. Sie startet um 16 Uhr mit einem Trommelwirbel: Levi Petersen aus Neumünster spielt auf einem Drum Set eigene Kompositionen und Anderes.

>Die Ausstellung läuft bis zum 28. Juni zu sehen, Öffnungszeiten siehe www.galerie-juergensen.de oder Telefon (04534) 7314.


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