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Bad Oldesloe : „Nächstes Jahr wird ein Aufbaujahr“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ende Januar will Heinz Wittern den Kino-Betrieb wieder aufnehmen. Die Oldesloer sollen sich an der zukünftigen Programmgestaltung beteiligen. Das Hotel angrenzende Hotel wird verpachtet.

Das ist eine Nachricht, auf die viele Oldesloer warten: Am Donnerstag, 28. Januar, eröffnet Heinz Wittern das Oho-Kino wieder.

„In den letzten Monaten habe ich ganz schön auf die Nase bekommen“, räumt der Hotelier und Kinobetreiber ein: „Das hat viel Kraft gekostet.“ Elf Kilo Gewicht hat er verloren. „Das ist eine blöde Geschichte“, blickt er zurück. Wegen eines „privaten Crashs“ mit Scheidung habe er die Digitalisierung des Kinos verschlafen. Dadurch kamen die guten Filme später oder gar nicht, die Besucherzahlen gingen runter. Dann sprang ihm ein Partner ab. Wittern: „Da musste ich die Digitalisierung mit ganz wenig Liquidität stemmen.“ 250  000 Euro wurden Ende 2013 in die moderne Technik investiert. Es lief auch ganz gut an, doch dann kam der Bombensommer 2014 mit Fußballweltmeisterschaft, keine guten Filme auf dem Markt – da blieb das Kino leer. „Davon habe ich mich nicht wieder erholt“, sagt der Geschäftsmann.

1986 ist Heinz Wittern nach Bad Oldesloe gekommen. Als Filmvorführer und Theaterleiter. 1992 übernahm er das Kino als Pächter. Vier Jahre später kaufte er die Immobilie. Das Hotel mit seinen 15 Zimmern war damals verpachtet, doch als 2000 der Betreiber pleite ging, musst er ran. Wittern: „Das Hotel selber zu führen, war nie geplant. Aber ich war jünger und mutiger … Jetzt möchte ich das Hotel weg haben.“ Es koste ihn zu viel Zeit und Energie. Ein Pächter sei zum 1. Januar gefunden, die Modalitäten ausgehandelt, es fehlen nur noch die Unterschriften. Die sollen im Laufe des Dezembers folgen. „Dann werde ich mich zwei Wochen regenerieren und danach habe ich meinen Kopf wieder frei“, so Wittern.

Klar, das kleine Oho-Kino ist in einer Sandwichlage zwischen Lübeck und Hamburg. Drei Säle mit 300 Plätzen, jährlich bis zu 80  000 Besucher – das war schon „sehr erfolgreich“. Aber wie soll es in Zukunft werden? „Man hangelt sich so von Blockbuster zu Blockbuster“, gibt Wittern einen Einblick ins Business: „Es fehlt einfach gute Mittelware.“ Das will und muss er zukünftig kompensieren. „Ich habe einen neuen Partner für den Filmeinkauf, der viele kleinere Kinos betreut“, sagt der 54-Jährige: „Ich bin kein Träumer. Nächstes Jahr wird ein Aufbaujahr. Ich will einen neuen Weg gehen. Aber in Oldesloe funktioniert sowas nie sofort.“

Ob Dokumentarfilme, Seniorenkino, Filme im (englischen) Original, der besondere Film oder eine Kinderreihe – „Ich bin für alles offen. Beteiligt euch“, ruft der Kinobetreiber die Oldesloer auf: „Ich will die Leute mitnehmen und wäre über Input froh.“ Auch die Gründung eines Kino-Clubs sei denkbar. Mit attraktiver Buchungstechnik will er zusätzlich punkten. Eine Softwarefirma möchte bei ihm eine App testen, die es Kunden ermöglicht, am Handy nicht nur einen Platz zu reservieren und zu bezahlen, sondern auch gleich Getränke und Knabberkram zu ordern.

Kontakt: info@oho-kino.de

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 01.Dez.2015 | 18:04 Uhr

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