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Stormarner Tageblatt

20. November 2017 | 05:18 Uhr

Bargteheide : Nächste Runde im Theaterstreit

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Olaf Nehls, Vorsitzender des Trägervereins „Kleines Theater“ wehrt sich in einem offenen Brief gegen Vorwürfe des Kinopächters Hans-Peter Jansen.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2017 | 09:14 Uhr

Mit Erstaunen und manch polemischer Ironie reagiert der Trägerverein des Kleinen Theaters Bargteheide auf die scharfe Kritik des Kinopächters Hans-Peter Jansen am Verein und der Stadtverwaltung. Der durch die Stadt treuhänderisch eingesetzte Verein weist Teile von Jansens Kritik als „Fake news“ zurück.

Enttäuscht sei man vor allem, weil es keine Anzeichen gegeben habe, dass es diese starke Verstimmung auf Seiten von Jansen gibt. „Ne echt klasse Nummer, uns ins seliger gemeinsamer Harmonie zu wähnen und zwei Wochen später uns irgendwas über die Presse an den Kopf zu knallen, ohne Vorgespräch, ohne Vorwarnung, ohne Veranlassung“, schreibt der Vorsitzende Olaf Nehls in einem offenen Brief an Jansen. Der Kinopächter hatte im Gespräch mit dem Tageblatt betont, dass er seinen 2018 endenden Vertrag wahrscheinlichkeit nicht verlängern werde, weil er mit der Atmosphäre im Haus unter der Leitung des neuen Trägervereins keine Zukunft sehe.

Wenn nicht wieder mehr „kulturelle Seele“ ins Haus einziehe, sei das KleineTheater in seiner jetzigen Form sowieso dem Untergang geweiht. „Unseres Wissen geht dein Vertrag mit der Stadt bis 2020“, entgegnet Nehls und möchte damit „Fake News“ aufdecken. Dass der Vertra 2013 um fünf Jahre verlängert wurde und damit 2018 endet, „habe ich mir bestätigen lassen“, sagt Jansen und belegt es mit entsprechenden Unterlagen. „Mich ermüdet das nur noch mehr. Ich merke, dass der Trägerverein offenbar gar nicht versteht, um was es mir hier geht..

Der Trägerverein rechnet vor, dass die von Jansen unterstellte Mehrnutzung des Saales nicht zutreffe. „Zur Verfügung stehen uns 26 Tage und dem Kulturring 14 Tage, plus zwei Kindertheatertage des Monats – das sind 42 Tage. Mithin hättest du also ein Drittel mehr Kino machen können, als dir zustand. Nun ist es so, dass du sowieso deine 300 Tage nicht ausnutzt“, schreibt Nehls.

Was Kopfschütteln bei Jansen auslöst: „Es geht nicht um die einzelnen Veranstaltungen. Aber man versteht wohl nicht, dass durch Um- und Aufbau sowie Proben der Saal häufiger als früher belegt ist, dass es keine ausreichende Transparenz mehr beim Belegungsbuch gibt, so wie früher unter Kirsten Martensen der Fall war.Wir mussten schon immer unser Kinoprogramm um den Rest herumbauen. Nur, dass es jetzt weniger transparent ist und uns weniger Tage zur Verfügung stehen.“ Im Trägereverein fühle man sich offenbar beleidigt und „setzt sich inhaltlich nicht mit meiner Kritik auseinander. Dabei war ich noch zurückhaltend“, so der Kinopächter.

„Unsere Vorstandsmitglieder engagieren sich seit mehr als 20 Jahren für das Kleine Theater. Im alten Förderverein, als Kassenwart, als Kassenprüfer, als Fördermitglieder, mit Kindern, die dort jahrelang Theater spielten oder die Technik unterstützten“, schreibt Nehls, „unsere Seele ist das Publikum.“

Jansen bleibt dabei, dass er die letzte verbliebene kulturelle Seele im Haus sei, die die Idee des Kleinen Theaters lebe. „Sie verstehen tatsächlich nicht, worum es mir geht. Mit Kultur leben und kulturelle Seele meine ich eben nicht, dass man verwaltet, sich ein wenig einbringt – das will ich niemandem absprechen - sondern dass man etwas voll und ganz lebt. So wie es eine Kirsten Martensen tat. Und der Kulturring unter Manfred Kutsche“, sagt Jansen.

Seine Forderungen blieben jedenfalls bestehen, sagt Jansen: „Ansonsten ist Sommer 2018 Schluss. Punkt.“

 

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