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Stormarner Tageblatt

16. August 2017 | 21:57 Uhr

Grabau : Nachwuchssorgen durch Pubertät

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Es gibt mehr Jugendwehren und mehr Mitglieder Kreis Stormarn, aber viele scheuen dann den Wechsel zu den Aktiven.

Es geht weiter bergauf mit den Jugendfeuerwehren im Kreis. Das ist eine der zentralen Erkenntnisse der Jahresversammlung des Stormarner Feuerwehr-Nachwuchses in der Mehrzweckhalle in Grabau. 39 sind es aktuell, zwei mehr als im Vorjahr. Die Zahl der jungen Brandbekämpfer stieg von 717 auf 751, der Anteil weiblicher Mitglieder von 24,8 Prozent auf 26,9 Prozent. „Das ist ein Frauenanteil, der manche große Partei stolz machen würde“, kommentierte das Landrat Klaus Plöger.

Der scheidende Landrat nutzte die Gelegenheit, um sich von den Jugendwehren zu verabschieden. Er habe die Zusammenarbeit immer als positiv und konstruktiv empfunden, auch wenn man ihm zu Beginn seiner ersten Amtszeit skeptisch gegenübergestanden habe. „Der ist ja ein Pädagoge, was soll der schon können?“ sei wohl die Haltung gewesen. Doch das habe sich schnell eingerenkt. „Geben Sie nun Herrn Görtz eine Chance, er wird sie nicht enttäuschen“, sagte Plöger. Für die Zukunft wünschte er sich für die Jugendwehren, dass gut ausgebildete Nachwuchskräfte, so früh wie möglich mit zu Einsätzen dürfen.

Die Zahl der Jugendwehren sei nicht so relevant, wohl aber die Zahl der aktiven Nachwuchskräfte, sagte Kreisjugendfeuerwehrwart Johann Friedrich Hoffmann: „Wir verlieren zu viele Jugendliche zwischen 16 und 17 Jahren. Nur 46 wechselten 2015 in die Einsatzabteilungen. Das sind 30 weniger als vor zehn Jahren“, mahnte Hoffmann. Sieben Wehren haben angegeben, echte Nachwuchssorgen zu haben. Sechs von ihnen gehörten zu den elf Wehren, „die keine Fortbildungsangebote und Seminare besuchen“, so Hoffmann: „Man sieht also, dass die Probleme durchaus hausgemacht sein können.“ Der Kreisfeuerwehrverband wolle sein Fortbildungsangebot weiter ausbauen, „und wir rufen alle Jugendwehren auf, dieses auch anzunehmen“, sagte Hoffmann.

Kreisbrandmeister Gerd Riemann lobte das große Engagement im Jugendbereich. „Wir brauchen eine junge Truppe. Vor allem im Bereich Atemschutzträger ist dringend Nachwuchs von Nöten. Im Tagesbereich wird es da in manchen Regionen hier schon sehr, sehr dünn“, sagte Riemann: „Daher mein Aufruf junge Feuerwehrkameraden frühzeitig in diesem Gebiet auszubilden, wenn sie das Okay vom Doktor erhalten.“

Als sehr positiv bezeichnete Landesjugendfeuerwehrwart Dirk Tschechne das Anwachsen auf 39 Jugendwehren und den Mädchenanteil von fast 27 Prozent. „Zum Glück haben wir diese Tendenz steigender Mitgliederzahlen landesweit“, so Tschechne, der in Grabau auch einen Seitenhieb in Richtung Kritiker losließ: „Wer denkt, dass der Landesjugendfeuerwehrwart bei Themen wie Satzungsänderungen und ähnlichen Dingen nicht auf der Seite der Basis stehe, der irrt sich und hat wohl schlecht geschlafen.“

Für sein jahrelanges Engagement für den Feuerwehrnachwuchs im Kreis wurde Marco Grosser (Hamfelde/Köthel) geehrt. Er erhielt die Leistungsspange in Bronze.

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erstellt am 06.Mär.2016 | 19:51 Uhr

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