Nachbarschaftshilfe zählt

Hans- Joachim Wendt
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Hans- Joachim Wendt

Älteren und Menschen aus Risikogruppen wird in den Gemeinden im Amt Oldesloe-Land Unterstützung zuteil

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25. März 2020, 15:24 Uhr

Bad Oldesloe | In den Corona-Zeiten wird von allen Seiten zur Solidarität aufgerufen. Älteren und Menschen aus Risikogruppen, die Unterstützung brauchen, soll überall geholfen werden. Oft übernehmen das Organisationen und Institutionen. In den Gemeinden im Amt Bad Oldesloe-Land steht allerdings die Nachbarschaftshilfe im Vordergrund.

„Wir haben keine direkten Hilfsangebote von der Gemeinde aus“, sagt Grabaus Bürgermeister Hans-Joachim Wendt. Die Nachbarschaftshilfe für Ältere und Hilfsbedürftige habe immer schon gut funktioniert, so auch jetzt. Auch könne man beispielsweise zum Einkauf den Lieferservice eines Supermarktes in der Nachbargemeinde Sülfeld nutzen. Gedanken macht man sich im Ort darüber, wie Menschen geholfen werden kann, die sonst zur Tafel gehen, um Lebensmittel zu erhalten. In Grabau gibt es noch keine Antwort auf diese Frage, die auch die Anonymität der Bezieher gewährleistet.

In Neritz haben sich Gemeindevertretung und Wehrführung zusammen getan. Sie haben gemeinsam ein Rundschreiben an alle Haushalte verfasst, um zu informieren, wie und bei wem sie im Bedarfsfall in Neritz Hilfe finden. „Zudem wird alle 14 Tage per Rundschreiben über den neusten Stand in Sachen Corona informieren“, so Bürgermeister Dennis Hauke.

In Lasbek laufen etwaige Hilfsangebote über Nachbarschaftshilfe. „Es sind aber alle Gemeindevertreter in den einzelnen Ortsteilen, die informieren. Sie sollen ein Auge offen halten, wo Hilfe benötigt wird“, so Bürgermeister Harald Lodders. Betroffene könnten sich im Bedarfsfall an die Gemeinde wenden, die Hilfe organisiert.

Ähnlich sieht es in Pölitz aus. „Von der Gemeinde gibt es keine direkten Hilfsangebote“, so Bürgermeister Martin Beck. Auch hier steht die Nachbarschaftshilfe im Vordergrund. Wer aber Unterstützung braucht und sich meldet, dem werde geholfen. In Pölitz wurde ein anderes „Corona-Problem“ festgestellt. „Da die Recyclinghöfe geschlossen haben, wird vermehrt Müll an Wegen und in der Feldmark abgeladen“, beklagt Beck.

„Wir sind dabei, Hilfe zu organisieren“, so Meddewades Bürgermeister Karsten Bauer. Am Wochenende soll ein Gemeindebrief an die Haushalte verteilt werden. Wer Hilfe braucht, der kann sich telefonisch an Bürgermeister Karsten Bauer wenden. Auch hier ist das Schlagwort Nachbarschaftshilfe: Eine Gemeindevertreterin will über die Internetplattform nebenan.de Hilfe und Unterstützung organisieren.
„Nachbarschaftshilfe ist für viele selbstverständlich“, sagt Travenbrücks Bürgermeister Reinhold Pareike. Das funktioniere gut. Vieles werde durch Familienangehörige geregelt.

„Ich habe versucht, etwas zu organisieren, aber vermutlich ist die Not noch nicht groß genug“, so Rümpels Bürgermeister Torben Schmahl: „Hier hilft man sich von Haustür zu Haustür.“ Ähnliches Bild in Rethwisch: „Von der Gemeinde machen wir keine Angebote. Das organisiert sich alles von selbst“, so Bürgermeister Jens Poppinga.

In Steinburg ist die Gemeindevertretung in Sachen Hilfe und Unterstützung aktiver. „Wir haben alle Institutionen und Organisationen angeschrieben“, sagt Bürgermeister Wolfgang Meyer. Es haben sich viele gemeldet, die ehrenamtlich helfen wollen. Darunter auch Bufdis (Bundesfreiwilligendienst), die derzeit freigestellt sind. Zudem wurde ein Rundschreiben an alle Haushalte verteilt, um ältere Menschen zu erreichen und mitzuteilen, wo sie in der Gemeinde Hilfe und Unterstützung bekommen können. „Es gab aber bisher noch keine Hilfeanforderung“, so Steinburgs Bürgermeister Meyer.

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