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Ahrensburger Notlage : Nach Kündigung noch keine Bleibe für DLRG gefunden

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ahrensburger Verwaltung soll prüfen: Container beim badlantic oder Räume im Rettungszentrum

Die Ungewissheit bleibt. Zwar beschloss der Ahrensburger Sozialausschuss einstimmig, der DLRG zum 30. Juni dieses Jahres die Bleibe zu kündigen. Gleichzeitig drückten alle Mitglieder ihren Wunsch aus, dass die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft ein neues Domizil finden soll. Doch wo das sein wird, ist derzeit unklar. Es gibt jetzt einen Prüfauftrag an die Verwaltung, nach Alternativen zu suchen.

Es gibt zwei Vorschläge: Ein Containergebäude auf dem Gelände des „badlantic“ wäre grundsätzlich möglich. „Der Geschäftsführer hat dafür sein Einvernehmen zugesagt“, so die stellvertretende DLRG-Vorsitzende Monika Raddatz. Alternativ stehen Räume im Rettungszentrum Am Weinberg zur Diskussion.

„Ein 35 Quadratmeter großer Container ohne Schulungsbereich würde 65 000 Euro kosten“, so Stadtjustiziar Thomas Reich als Vertreter des Bürgermeisters. Die doppelte Nutzfläche werde inklusive Fundament 135 000 Euro kosten. Das lehne die Verwaltung ab. Denn für die Schulungen der DLRG-Mitglieder könne auch die ehemalige THW-Wache im Rettungszentrum sofort genutzt werden, so Reich. „Wir haben den Trakt inzwischen angekauft, die Kosten wären gering.“

Die Freiwillige Feuerwehr sei bereit, einen Unterrichtsraum einmal wöchentlich zur Verfügung zu stellen. Reich: „Mittelfristig kann dort auch die Geschäftsstelle Platz finden.“ In der Zwischenzeit könne der Besprechungsraum im „badlantic“ dafür genutzt werden. Der Hauptausschuss befasse sich mit einem Gesamtkonzept für den Umbau des THW-Trakts, wo möglicherweise ein Bereich für den Katastrophenschutz entstehen könne. „Der Kreis hat sich dazu aber noch nicht geäußert“, sagte Reich.

Das alte DLRG-Domizil am Reeshoop wird für die Unterbringung von Asylbewerbern benötigt. Auch der TÜV muss das Holzgebäude verlassen, sein Vertrag wurde später besiegelt und endet erst am 31. Dezember. Der DLRG hingegen bleibt nicht mehr viel Zeit.

Das Haus sei ursprünglich auch für Asylbewerber gedacht gewesen, so Michael Cyrkel von der Stadtverwaltung: „Wir brauchen es jetzt dafür, um die Quote des Kreises zu erfüllen.“ Zurzeit seien 78 Flüchtlinge in der Stadt, bis Jahresende werde mit einem Zuwachs auf 92 gerechnet. Raum-Alternativen gebe es zurzeit nicht, im kommenden Jahr sei ein Neubau geplant. „Wir suchen nach einer geeigneten Fläche dafür“, so Cyrkel. Für die Personen mit Bleiberecht bemühe sich die Stadt Ahrensburg, Sozialwohnungen zu finden. Das werde aber immer schwieriger.

Für die SPD sei es wichtig, dass die DLRG eine neue Heimat finde, betonte Bela Randschau: „Für einen Standort beim „badlantic“ sind wir bereit 60 000 bis 70 000 Euro in die Hand zu nehmen.“ Eine entsprechende Vorlage könne im dafür zuständigen Bildungsausschuss eingebracht werden. Nina Holers unterstützte diesen Ergänzungsantrag, der schließlich zusammen mit der Kündigung angenommen wurde: „Als erster Schritt sollte jetzt das Rettungszentrum dienen.“

Die Enttäuschung stand den DLRG-Mitglieder ins Gesicht geschrieben, als sie die Sitzung verließen. „Eine eigene Unterkunft wurde uns schon vor über 30 Jahren vom damaligen Magistrat zugesagt“, so Pressewart Lothar Raddatz. Dazu sei es nie gekommen. Seine Frau Monika kritisiert, dass der Ausschuss die DLRG-Vorschläge nicht zur Kenntnis nahm. Die Vorsitzende Doris Brandt hatte zu Beginn allerdings eine Wiedereröffnung der Einwohner-Fragestunde, aber ohne Diskussionsbeiträge in Aussicht gestellt. Die Chance blieb ungenutzt, und so wurden die Vorschläge der DLRG nicht weiter erörtert.

„Wir würden uns finanziell an Containern beteiligen“, sagte Lothar Raddatz nach der Sitzung. Er bezweifelte auch die Kostenschätzung. Seitdem über die Kündigung diskutiert wird, habe der Verein Rücklagen geschaffen. „Wenn der Katastrophenschutz kommt, fliegen wir als erste wieder raus“, befürchtet Lothar Raddatz.

 

 





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erstellt am 12.Feb.2014 | 16:37 Uhr

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