Glinde und Barsbüttel : Nach Amokdrohung: Polizei zieht sich langsam zurück

Rechtzeitig vor Schulbeginn  war die Polizei vor Ort präsent. Ein Beamter hatte sogar eine Maschinenpistole im Anschlag.
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Rechtzeitig vor Schulbeginn war die Polizei vor Ort präsent. Ein Beamter hatte sogar eine Maschinenpistole im Anschlag.

An den drei Schulen in Glinde und Barsbüttel fand der Unterricht am Donnerstag wieder statt. Doch von wem stammte die Drohung?

shz.de von
22. Januar 2015, 06:00 Uhr

Glinde/Barsbüttel | Nach einer Amokdrohung will die Polizei ihre Präsenz an den drei Schulen im Kreis Stormarn wieder reduzieren. Am Freitag würden die Beamten vor dem Schulzentrum in Glinde und der Gemeinschaftsschule in Barsbüttel voraussichtlich nur noch mit je einem Streifenwagen stehen, sagte eine Polizeisprecherin. Am Donnerstagmorgen hatten zehn Polizisten Einlasskontrollen durchgeführt. Lehrer und Schüler hätten mit viel Verständnis reagiert und den Polizeischutz begrüßt.

Wer den Amoklauf am Dienstag androhte, ist weiterhin unklar. „Die Ermittlungen dauern an“, sagte die Sprecherin. Am Dienstagabend war im Gymnasium in Glinde eine E-Mail eingegangen, in der ein Amoklauf für den kommenden Tag angekündigt wurde. Da auch die Sönke-Nissen-Gemeinschaftsschule zum Glinder Schulzentrum gehört, wurde sie ebenfalls in alle Sicherheitsüberlegungen einbezogen. Über die CC-Funktion, wie der digitale Kopie-Durchschlag heißt, ist die Mail auch an die Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule Barsbüttel geschickt worden. Noch am Dienstag wurde entscheiden, den Unterricht am Mittwoch ausfallen zu lassen. 2000 Schüler mussten zu Hause bleiben.

Nach den morgendlichen Einlasskontrollen zogen die Beamten am Donnerstag wieder ab. „Was wir jetzt machen, ist eine reine Vorsichtsmaßnahme“, sagte die Sprecherin mit Blick auf die vorgesehene reduzierte Polizeipräsenz am Freitag.

Polizisten hatten am Mittwoch die nähere Umgebung abgesucht. Sie waren zum Teil mit Maschinenpistolen ausgerüstet und auch drei Diensthunde wurden hinzugezogen. Zwei der Vierbeiner sind als Sprengstoffspürhund ausgebildet. Ein Indiz, dass mit einer Bombenexplosion gedroht wurde? Die Polizei hüllt sich in Schweigen.

Schüler mussten am Mittwoch aus Sicherheitsgründen nach Hause, die Lehrer blieben im Lehrerzimmer.
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Schüler mussten am Mittwoch aus Sicherheitsgründen nach Hause, die Lehrer blieben im Lehrerzimmer.
 

Der Haupteingang wurde am Mittwoch von schwer bewaffneten Beamten bewacht. Insgesamt wurden 25 Polizisten nach Glinde und Barsbüttel geschickt. Weitere waren im Hintergrund aktiv. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den Absender zu ermitteln. Da sind unsere Spezialisten schon dran“, erklärte Polizeisprecher Andreas Dirscherl. Auch die Glaubwürdigkeit des Schreibens wird analysiert.

Die Ermittler bitten alle Schüler, sachdienliche Hinweise aus den sozialen Netzwerken wie Facebook oder Whatsapp unter 040-7277070 zu melden. Dabei kann es sich sowohl um Mitteilungen handeln, aus denen eventuell auf eine bevorstehende Kurzschlusshandlung geschlossen werden könnte. Sonja Kurz: „Wenn sich da irgendwelche Parolen verdichten, müssen wir das wissen.“ Die Polizei interessiert sich aber auch dafür, wenn jemand so dumm sein sollte, sich mit dem Coup zu brüsten.

Obwohl faktisch nichts passiert ist, hat der Absender der Mail eine Straftat begangen – „Störung der öffentlichen Ordnung durch Androhung von Straftaten“. Laut Paragraf 126 des Strafgesetzbuchs handelt es sich dabei um eine Straftat, die mit bis zu drei Jahren Gefängnis geahndet wird. Zusätzlich kann Schadenersatz fällig werden. „Das wird eine teure Tasse Tee“, kündigte Kurz an. Der Einsatz wird wohl mit mehreren Tausend Euro zu Buche schlagen. Die Kripo Reinbek ermittelt weiter.

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