Reinfeld : Mysteriöses Fischsterben im Neuhöfer Teich

Im Neuhöfer Teich am Zulauf der Bischofsteicher Bek treiben noch immer etliche tote Fische im Wasser. Die Ermittlungen der Behörden dauern noch an.

Im Neuhöfer Teich am Zulauf der Bischofsteicher Bek treiben noch immer etliche tote Fische im Wasser. Die Ermittlungen der Behörden dauern noch an.

Nachdem viele Tiere verstarben, wurden in Reinfeld Proben entnommen und Fischkadaver untersucht.

Avatar_shz von
19. Januar 2021, 14:13 Uhr

Reinfeld | Aufmerksamen Spaziergängern war es vor einer Woche zuerst aufgefallen. Bei ihrem Rundgang um den Neuhöfer Teich entdeckten sie etliche tote Fische im nördlichen Teil des Teiches. Die Tiere trieben vor allem vor dem Einlauf der Bischofsteicher Bek im Wasser, der größte der insgesamt elf Zuläufe des Gewässers. Sie meldeten den Vorfall den Behörden. Sofort rückten die Reinfelder Polizei, die Abteilung Umweltschutz der Oldesloer Polizei und Mitarbeiter des Bauhofes an.

Eingeschaltet wurde außerdem die Untere Wasserbehörde des Kreises. „Es wurden Wasserproben genommen und einige tote Fische auch mit eingeschickt, damit Untersuchungen vorgenommen werden können“, so Bürgermeister Roald Wramp.

Vor allem junge Plötze, Rotaugen, Rotfedern und Weißfische betroffen

Betroffen von dem Fischsterben sind vor allem Plötze, Rotaugen, Rotfedern und Weißfische – also eher kleineren Fische, die neben dem Karpfen in den Reinfelder Teichen und Zuläufen beheimatet sind. Auffällig ist, dass es sich fast ausschließlich um Jungfische handele.

Der Neuhöfer Teich in Reinfeld.
Frauke Schlüter

Der Neuhöfer Teich in Reinfeld.

 

Auch in dieser Woche sind noch etliche tote Fische am Zufluss zu sehen. Die meisten treiben an der Oberfläche, einige sind auch auf dem Teichboden abgesunken. Woran sie verendet sind, wird jetzt geklärt. Auf den ersten Blick konnten die Experten keine Ursache erkennen. Das Wasser zeigte bei der ersten Begehung keinerlei verdächtige Verfärbung. Auch ein unangenehmer Geruch konnte durch die Umweltpolizei nicht festgestellt werden.

Keine toxische Einleitung festzustellen

Die Experten konnten vor Ort keine toxische Einleitung in den Teich feststellen, auch sind die Fische wohl nicht erstickt. Sie hatten keine aufgerissenen Mäuler und Kiemen. Auszuschließen sind Einleitungen eines Klärwerkes oder durch die Industrie, denn rund um den Neuhöfer Teich gibt es keinerlei Unternehmen, die dort etwas illegal hätten entsorgen können.

Die meisten toten Fische sind Weißfische, Rotaugen, Plötze und Rotfedern. Es handelt sich um Jungfische.
Frauke Schlüter

Die meisten toten Fische sind Weißfische, Rotaugen, Plötze und Rotfedern. Es handelt sich um Jungfische.

Untersucht werden die Proben im Landeslabor in Neumünster. Das Ergebnis der Untersuchung ist bis jetzt noch nicht bekannt. Bürgermeister Roald Wramp möchte dieses abwarten: „Falls tatsächlich ein Fremdverschulden vorliegt, können wir reagieren. Bevor aber das Ergebnis nicht vorliegt, möchte ich mich keinerlei Spekulationen hingeben.“

Er hoffe natürlich, dass es sich um eine natürliche Ursache handelt und die Umweltschutzpolizei nicht weiter ermitteln muss: „Ich hoffe, dass der Regen jetzt das Wasser im Teich verdünnt und vieles wegspült.“

Bereits im März 2020 gab es ein ähnliches Ereignis

Im März 2020 habe es einen ähnlichen Vorfall gegeben. Damals wurde die Vermutung geäußert, es könnte sich um Gülle aus der Landwirtschaft handeln. Bewiesen werden konnte es jedoch nicht. Doch momentan ist Sperrzeit für Gülle. Diese Möglichkeit scheidet also diesmal aus. Es ist davon auszugehen, dass die Fische bereits in der Bischofsteicher Bek verendet sind und anschließend tot durch den Zulauf in den Teich gespült wurden.

Im Teich selbst leben größere Fische wie Hechte, Aale und Karpfen. „Es wird kein grundsätzliches Problem im Neuhöfer Teich vermutet. Sondern irgendwo ist ein Eintrag von außen reingekommen, der das Fischsterben verursacht haben könnte“, vermutet der Bürgermeister.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen