zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

24. November 2017 | 12:29 Uhr

Stapelfeld : MVA: Der Ofen bleibt an

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Müllverbrennungsanlage Stapelfeld hat die Ausschreibung für den Restabfall aus Stormarn und dem Herzogtum Lauenburg gewonnen. Der Preis und damit auch die Gebühren sinken ab 2017 deutlich.

von
erstellt am 02.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Stormarns Müll wird auch nach 2016 in Stapelfeld verbrannt, die Zukunft der fast 35 Jahren alten Müllverbrennungsanlage ist damit erstmal gesichert. Stapelfeld hat die Ausschreibung der AWSH für die Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg gewonnen. Gewinnen werden auch die Kunden der Abfallwirtschaft Südholstein. Weil der neue Preise wesentlich günstiger ist, „werden die Abfallgebühren ab 2017 deutlich sinken“, sagt AWSH-Geschäftsführer Dennis Kissel.

Die Kosten sind zwar Geschäftsgeheimnis, aber „wir haben einen attraktiven Preis bekommen“, sagt Kissel. Die alten Verträge waren 1996 abgeschlossen worden, als die Rahmenbedingungen völlig anders waren. Damals wurde über eine MVA-Erweiterung diskutiert, Verbrennungskapazitäten waren knapp und teuer, die Kunden mussten Mindestmengen liefern.

Das ist heute alles anders. Es gibt Überkapazitäten bei der Müllverbrennung, der Preis ist gesunken, und Laufzeiten über 20 und mehr Jahre gibt es auch nicht mehr. Der neue Vertrag ist auf acht Jahre befristet, mit einer Option auf zweijährige Verlängerung. Statt 125 000 geht es nur noch um 70 000 Tonnen Restmüll im Jahr. „Zu Anfang werden es wohl noch 80 000 Tonnen sein“, sagt Kissel.

Ein knappes Dutzend Interessenten hatte die Ausschreibungs-Unterlagen angefordert, gut die Hälfte reichte Bewerbungen ein. „Der Wettbewerb war groß, und das hat uns natürlich genützt. Es war also der richtige Zeitpunkt für eine Ausschreibung“, sagt Kissel. Stapelfeld konnte sozusagen mit Heimvorteil antreten. Zum einen sind die Transportwege kurz, was Kosten und CO2-Ausstoß niedrig hält, zum anderen verfügt die MVA über einen Umschlagplatz, den andere Anbieter nicht haben.

Der Vertrag mit der AWSH sei „ein wichtiger Schritt für die Zukunft unseres nördlichsten Standorts“, so Carsten Stäblein, Vorsitzender der Geschäftsführung der EEW Energy from Waste GmbH. „Das ist auch für die Mannschaft eine gute Nachricht. Wir freuen uns auf die Fortführung der sehr guten Zusammenarbeit mit der AWSH“, sagt der technische MVA-Geschäftsführer Dr. Frank Ehlers. Die MVA, die seit vergangenem Jahr zu 51 Prozent dem Finanzinvestor EQT und zu 49 der Eon-Tochter EEW gehört, hat eine Verbrennungskapazität von 350 000 Tonnen und beschäftigt 70 Mitarbeiter. Ehlers: „Wir werden uns an weiteren kommunalen Ausschreibungen beteiligen und uns um Gewerbemüll bemühen. Ich bin optimistisch, dass wir ihn auch bekommen.“

Freude auch bei Stapelfelds Bürgermeister Jürgen Westphal. Mit der MVA bleiben der Gemeinde nicht nur ein Steuerzahler und die Arbeitsplätze erhalten, auch die Wärmeversorgung im Ort muss nicht auf ein teureres BHKW umgestellt werden. 230 000 Megawattstunden Wärme erzeugt die MVA, die an das Verbundnetz Hamburg Ost angeschlossen ist.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen