Baby im Mülleimer : Mutter des toten Säuglings von Sülfeld gefunden - Haftbefehl erlassen

Die kleine Teresa wurde in einer Plastiktüte entsorgt.
Die kleine Teresa wurde in einer Plastiktüte entsorgt.

Mehr als ein Jahr war unklar, wer die kleine Teresa so grausam entsorgt hat. DNA-Spuren brachten die Polizei weiter.

shz.de von
23. Dezember 2016, 09:54 Uhr

Sülfeld | 14 Monate nach dem Fund eines toten Säuglings in einem Mülleimer in Sülfeld (Kreis Segeberg) hat die Polizei die Mutter des Babys ausfindig gemacht. Es handelt sich um eine 22 Jahre alte Frau aus Nordafrika, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilten. Gegen sie wurde Haftbefehl wegen des Verdachts auf Totschlag erlassen.

Die Frau lebt seit Mitte vergangenen Jahres in Schleswig-Holstein. Durch DNA-Spuren kamen die Ermittler der Frau auf die Spur. Das kleine Mädchen, das später Teresa genannt wurde, war im Oktober 2015 leblos in einer mit Kleidungsstücken gefüllten Tüte in einem Mülleimer an einer Bushaltestelle an der Bundesstraße 432 im Sülfelder Ortsteil Borstel gefunden worden.

Das tote Baby wurde an einer Bushaltestelle in Borstel gefunden.
Foto: TV News Kontor
Das tote Baby wurde an einer Bushaltestelle in Borstel gefunden.
 

Eine Passantin hatte die Tüte zuvor rund 300 Meter von der Haltestelle entfernt aufgefunden und in den Mülleimer gelegt, ohne zu wissen, dass sich darin ein totes Kind befand. Die rechtsmedizinische Untersuchung ergab, dass das Mädchen nach der Geburt lebte.

Die Polizei suchte zunächst mithilfe von Fotos der Kleidung nach der Mutter – ohne Erfolg. Die kleine Teresa wurde auf dem Sülfelder Friedhof bestattet.

Es war nicht der erste Fall im Norden, in dem ein Säugling von seiner Mutter getötet wurde – aber noch nie ist ein Baby so öffentlich abgelegt worden. In trauriger Erinnerung ist der Fall einer Mutter (29) aus Husum, die fünf ihrer Kinder gleich nach der Geburt erstickt oder mit einer Schere erstochen hat. In Bad Schwartau (Kreis Ostholstein) tötete und versteckte eine Mutter (39) drei ihrer Babys.

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