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Stormarner Tageblatt

24. August 2017 | 05:17 Uhr

Hoisdorf : Musikzug Hoisdorf auf Kampnagel

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Orchester spielt bei professioneller Produktion in Hamburg und gibt dieses Wochenende schon mal eine Kostprobe.

Der Musikzug Hoisdorf ist etwas ganz Besonderes: Neben den normalen Auftritten einer Feuerwehrkapelle bei Dorffesten und Laternenumzügen hat das Orchester mit seinem musikalischen Leiter Jürgen Strache ein anspruchsvolles Repertoire erarbeitet, das im Herbst beim Landeswettbewerb in Hamburg zu einem großen Erfolg wurde. Punktgleich mit der Bläserphilharmonie Kiel belegten die Hoisdorfer einen hervorragenden 2. Rang und das Orchester wurde mit der Gesamtnote „sehr gut“ bewertet.

Das hohe Niveau ist ein kontinuierlicher Prozess. „Schon bei meinem Vorgänger hatte das Orchester einen guten Ruf“, sagt Jürgen Strache, der als Berufsmusiker im Hamburger Polizeiorchester das Horn spielt. Viel Zeit wird in die Ausbildung des Nachwuchses gesteckt. Wenn jemand ohne Grundkenntnisse anfängt, kann die musikalische Ausbildung Jahre dauern. Unterricht gibt Strache auf diversen Instrumenten selbst. Und für selten benötigte Instrumente – wie ein Fagott – hält er Kontakt zu Gastmusikern, die im Bedarfsfall einspringen.

Über ein Schulprojekt kam Nathalie Reichert zum Orchester, mit 15 Jahren eine der jüngsten Musikerinnen. „Als Hoisdorferin kannte ich das Orchester schon von den Konzerten und habe es in der Schul-AG einmal ausprobiert. Es macht so viel Spaß, die Leute sind nett, man bekommt bei den Proben immer gute Laune“, berichtet die Achtklässlerin, die Querflöte spielt.

Die gute Kameradschaft und sein Interesse an Musik hält auch das älteste Mitglied, Horst Einfeldt (80) im Orchester – seit 1959. „Als ich nach Hoisdorf heiratete, kannte ich niemanden. Mein Schwager nahm mich mit ins Orchester. Ich begann mit dem Horn, wechselte später zum Saxofon“, erzählt er. Und obwohl er inzwischen in Ahrensburg lebt, bleibt er seinem Orchester treu.

Zurzeit proben die Musiker für einen ganz besonderen Auftritt: Auf Kampnagel werden sie Ende März und Anfang April ein Teil der Aufführungen von „En Avant, Marché“ von Alain Platel sein. Das Stück des belgischen Theatermachers dreht sich um das soziale Biotop eines Blasorchesters.

Auf der Europa-Tournee werden jeweils regionale Blasorchester eingebunden. Angefragt war zuerst das Polizeiorchester, das aus Termingründen absagen musste. So kam es zur Anfrage an die Hoisdorfer, die stolz darauf sind, in einer professionellen Produktion auftreten zu können. „Wir tragen zwei Mal 20 Minuten jeweils zwei Stücke vor“, berichtet Strache. Die Stücke sind eingeübt, für die Choreographie muss die Generalprobe reichen. Da auch das Jahreskonzert vor der Tür steht, hat sich die Probenintensität gerade deutlich erhöht. Am Sonnabend, 5. März, ab 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 6. März, ab 16 Uhr werden die Musiker in der Sporthalle Hoisdorf schon einmal eine Kostprobe aus dem Werk auf Kampnagel geben. Ansonsten heißt das Motto „Legenden“. Und damit sind sowohl Mythen und Geschichten als auch Musiker gemeint.

Im ersten, eher klassischen Teil können die Zuhörer den Flug eines Phönix miterleben, bei der Hochzeit eines namenlosen Gralsritters dabei sein oder in das Morgenland Aladdins reisen. Der zweite Teil ist eine Hommage an Musiker wie die Beatles oder Stevie Wonder.


>Der Eintritt kostet 10 Euro. Karten sind bei Rieper Schreib- und Tabakwaren in Großhansdorf und über die Webseite des Musikzugs unter www.musikzug-hoisdorf.erhältlich.


>Das Orchester ist immer auf der Suche nach Nachwuchs. Interessenten melden sich bitte beim zweiten Vorsitzenden Per Müller-Landré, Mail: pmlandre@outlook.de.



>Informationen zum Kampnagelprojekt im Internet auf der Homepage: www.kampnagel.de/en/program/en-avant-marche. Premiere Donnerstag, 31. März, 20 Uhr, weitere Vorstellungen Freitag, 1. April, und Sonnabend, 2. April, jeweils 20 Uhr.




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erstellt am 02.Mär.2016 | 12:00 Uhr

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