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Fußball-Vorfreude : „Müssen besonderen Tag erwischen“

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Vorfreude ist groß, der Optimismus nicht unberechtigt: Denny Skwierczynski, Trainer von Regionalligist VfB Lübeck, erinnert vor dem DFB-Pokalspiel gegen Paderborn daran, dass es Jahr für Jahr Überraschungen gibt.

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2015 | 06:00 Uhr

Es ist die Belohnung für die Entwicklung der vergangenen Jahre. Das DFB-Pokalspiel am Sonntag (16 Uhr) gegen Bundesliga-Absteiger SC Paderborn 07 ist für den Fußball-Regionalligisten der erste Auftritt auf der bundesweiten Fußball-Bühne seit der Insolvenz vor knapp drei Jahren. „Die Vorfreude ist spürbar“, sagt Trainer Denny Skwierczynski, ohne dass er dabei übertriebene Anspannung innerhalb der Mannschaft festgestellt hätte. „Drumherum ist eher spürbar, dass es ein besonderes Spiel ist“, sagt der 41-Jährige. „Die mediale Aufmerksamkeit ist größer, im Stadion sieht man das, vom DFB gibt es genaue Vorgaben für den Ablauf.“

Bereits vor einigen Tagen wurde das Stadion an der Lohmühle werbefrei mit grünen Folien abgeklebt, sodass während der „Sky“-Liveübertragung nur die offiziellen DFB-Sponsoren ins Bild gesetzt werden. Der TV-Rechteinhaber und die Partner des Verbandes sind es schließlich auch, die dafür sorgen, dass der VfB mit der Teilnahme bereits 140 000 Euro Garantieeinnahme sicher hat. Hinzu kommen die Zuschauereinnahmen, die wie im Pokal üblich geteilt werden. Der VfB rechnet mit gut 6  000 Besuchern, bis gestern waren 4  500 Tickets abgesetzt.

Über die Rollenverteilung gibt es keine Diskussionen. „Paderborn ist klarer Favorit. Man muss erwarten, dass jeder einzelne Spieler besser ist als bei uns“, weiß Skwierczynski und sieht deshalb nur die klassischen Außenseiterchancen. „Wir müssen einen besonderen Tag erwischen“, glaubt der Trainer. „Dass das möglich ist, sieht man aber auch Jahr für Jahr, wo immer mal ein Team eine solche Überraschung schafft.“

Beim VfB hat man die Ostwestfalen sowohl live als auch auf Video beobachtet. Co-Trainer Thorsten Grümmer hat von seiner Spionagetour Erkenntnisse mitgebracht. „Ich erwarte den SC in gleicher Formation wie in Düsseldorf, wo die Mannschaft verdient gewonnen hat“, erklärt Skwierczynski und ergänzt: „Der Gegner wird uns auch im Spielaufbau fordern, wir werden sicher auch mal unter Druck geraten.“ An sein Team hat der Trainer klare Erwartungen. „Es wird nötig sein, auch mal klare Bälle zu spielen“, betont er. „Aber wir müssen auch das Selbstbewusstsein haben, vernünftig hinten raus zu spielen, wenn es möglich ist.“

Welche Akteure das umsetzen sollen, ist dabei eine ganz harte Aufgabe für den sportlich Verantwortlichen. „Es ist eine spezielle Situation. Ich habe alle 25 Mann des Kaders im Training. Alle sind verletzungsfrei. So wird es gleich mehrere Härtefälle geben“, sagt Skwierczynski. Vor allem in Mittelfeld und Angriff sind verschiedenste Optionen, sowohl personell als auch taktisch, denkbar. Nach der 3:5-Pleite in Havelse hätten zudem einige Spieler keine Argumente, über eine Versetzung auf die Bank zu klagen. Der Trainer nimmt die Mannschaft aber in Schutz. „Man hat da schon nach mehreren englischen Wochen, der langen Busfahrt und der plötzlichen Hitze den Substanzverlust gespürt“, erklärt er. „Sonntag werden wir frischer auftreten.“

Während der VfB durchaus Erfahrung mit Pokal-Überraschungen hat – zuletzt wurde 2009 gar ein Drei-Klassen-Unterschied gegen Mainz 05 überwunden (2:1 n.V.) – steht der Trainer vor seiner Pokalpremiere an der Seitenlinie. „Drei Mal war ich als Spieler dabei“, erzählt er. Beim VfB in seinem ersten Herrenjahr 1992 (1:2 bei Jahn Regensburg), mit Schönberg verlor er gegen Waldhof Mannheim mit 0:3 – beide Male saß Skwierczynski nur auf der Bank. Die schönsten Erinnerungen hat er an ein knappes 0:2 gegen den späteren Deutschen Meister Borussia Dortmund mit Akteuren wie Möller, Reuter, Riedle oder Chapuisat, als er 1994 über 90 Minuten für Altona 93 ran durfte. „Das Spiel hat Julio César kurz vor Schluss entschieden. Das war in der Adolf-Jäger-Kampfbahn damals ein Riesenerlebnis.“ Nur Runde zwei blieb ihm bislang verwehrt, wie er feststellt: „Wird eigentlich mal Zeit...“

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