Stormarn : Müllberge: Es stinkt zumHimmel

Alles andere als ein schöner Anblick: Überquellende Mülltonnen auf dem Rastplatz Buddikate.
Alles andere als ein schöner Anblick: Überquellende Mülltonnen auf dem Rastplatz Buddikate.

Gestank und Dreck belästigen die Autofahrer auch auf der A1-Raststätte Buddikate

shz.de von
12. Juni 2018, 06:00 Uhr

Seit Monaten gibt es in den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg und Stormarn Probleme mit der Müllabfuhr. Die Tonnen werden bestenfalls zwei Arbeitstage später abgeholt. Manchmal bleiben sie aber auch bis zu sechs Tage stehen wie gerade in Oststeinbek geschehen.

Nicht nur auf dem Stadtfest Ahrensburg sorgten stinkende Tonnen in der Innenstadt für Verdruss bei Händlern und Besuchern. Auch auf der Autobahn-Rastanlage Buddikate produzieren übervolle Tonnen noch mehr Müll, der einfach daneben geworfen wird, sowie Gestank und Verärgerung.

Zuständig für die Raast plätze an Bundesautobahnen sind die Meistereien. Die haben die Müllentsorgung ausgeschrieben und der Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH) den Auftrag erteilt. „Wir überlegen zurzeit, was zu tun ist. Selbst abholen können wir nicht, weil wir kein Müllfahrzeug haben“, sagt Jörg Becker, Leiter der Autobahnmeisterei Bad Oldesloe.

Nicht zuständig sind er und die AWSH für die so genannten Konzessionsflächen auf den Rastanlagen, die Firmen wie McDonalds oder Burger King gepachtet haben. „Wir erhalten sehr viele Beschwerden von Autofahrern, die der Dreck auf dem Parkplatz stört. Viele denken, dass wir für die Entleerung der Mülltonnen zuständig sind und uns nicht kümmern würden. Das stimmt aber nicht. Unsere großen Tonnen stehen auf dem Betriebshof unserer Filiale und werden von einem Gastro-Service abgeholt und entsorgt“, sagt ein McDonalds-Mitarbeiter von der Buddikate. Die Situation ist vertrackt, weil viele Fahrer die von der AWSH beauftragte Firma verlassen haben, meistens gen Hamburg, wo deutlich höhere Löhne gezahlt werden. Die AWSH hat mit dem Segen des Aufsichtsrat, der aus Vertretern der Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg sowie der Eon-Tochter Serviceplus GmbH besteht, nachgesteuert und der Firma mehr Geld für höhere Löhne bewilligt.

Ob das bei einen leergefegten Markt für Berufskraftfahrer kurzfristig hilft, ist allerdings fraglich. „Nach Auskunft der Agentur sind in Stormarn und dem Herzogtum Lauenburg zurzeit gerade mal zehn Berufskraftfahrer arbeitslos gemeldet“, sagt Joachim Wagner, Fraktionschef der CDU Stormarn.

Wie auch bereits die Bürgermeister von Barsbüttel, Glinde, Reinbek, und Wentorf – Thomas Schreitmüller, Rainhard Zug, Björn Warmer und Dirk Petersen – fordert er allerdings, dass die Kreis und die AWSH ihre Informationspolitik grundlegend ändern müssen. „Ich verstehe dass die Leute sauer sind, aber die Kritik geht meistens in die falsche Richtung. Meiner Meinung nach müsste es ein Infoschreiben oder ähnliches an jeden Haushalt geben, in dem die Gründe für das verzögerte Abholen genau erklärt werden.“ Die Bürgermeister hatten zudem gefordert, dass die AWSH auf ihrer App mitteilt wann die Tonne abgeholt werden, damit sie nicht tagelang an der Straße stehen. „Wir sind dabni und teilen jetzt bereits mit, wann die Tonnen frühestens abgeholt werden. Genauer können wir es leider noch nicht“, sagt AWSH–Sprecher Olaf Stötefalke.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen