Stormarn : Müllabfuhr wieder pünktlich

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AWSH erklärt die Phase der Verspätungen für beendet. Höhe der Mehrkosten steht noch nicht fest

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10. August 2018, 06:00 Uhr

Die Müllabfuhr läuft wieder normal. „Seit dieser Woche konnten wir bei den Leerungen der Bio- und Restabfallbehälter zum Normalbetrieb zurückkehren“, schreibt Olaf Stötefalke, Sprecher der Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH). Die Rückstände hätten nach und nach verringert werden können. „Jetzt laufen alle Touren wieder wie geplant. Damit konnte die Phase des Aufholens sogar etwas eher abgeschlossen werden, als zunächst angenommen“, so Stötefalke.

Es könne natürlich noch hier und da haken, aber das „sind Einzelfälle, da die neuen Fahrer noch nicht alle lokalen Besonderheiten kennen können. Dafür bitten wir um Verständnis. Wir werden alles daran setzen, auch diese Fälle so schnell wie möglich in den Griff zu bekommen“, meint der AWSH-Sprecher.

Vier Monate waren die Tonnen verspätet, am Ende mit mehr als einer Woche Rückstand geleert worden, weil das von der AWSH beauftragte Abfuhrunternehmen GEG Probleme hatte. „Der Ärger der Kunden war verständlich“, sagt Stötefalke, „wir haben so gut wie möglich über den jeweils aktuellen Stand informiert und parallel immer mit Hochdruck daran gearbeitet, die Rückstände abzubauen.“

Bei der Grabau Entsorgung GmbH hatten viele Fahrer gekündigt, hinzu kamen Krankheitsfälle. Obwohl die verbliebenen Kräfte sechs statt fünf Tage fuhren, wuchs der Rückstand ständig, vor allem in Folge der Feiertage im Mai. Als Grund für die Misere wurden das Image der GEG und eine schlechte Bezahlung genannt. Seitens der AWSH und der Politik gab es dann grünes Licht dafür, höhere Löhne zu zahlen. „Wir haben schon vorher tariflich bezahlt“, sagt Stefanie Comte, Prokuristin bei GEG. Auch habe man die Kommunen bereits frühzeitig auf den Fahrermangel hingewiesen, den es „in der Logistikbranche schon lange gibt“.

Auch wenn es seit gut einem Monat wieder 35 Fahrer bei der GEG sind, ohne Hilfe von außen hätten die Rückstände nicht aufgeholt werden können. Die AWSH setzte ihr eigenes Fahrzeug ein, das sonst nur für Nachleerungen zur Verfügung steht, und kaufte weitere Kapazitäten bei der Hamburger und der Lübecker Stadtreinigung sowie einer Ostholsteiner Firma ein. Was das kostete, kann die AWSH noch nicht sagen, auch nicht, wie sich die Mehrkosten auf die Gebühren auswirken werden.

„Jede Tonne, die von anderen geleert wurde, hat geholfen“, sagt Stefanie Comte, lobt aber vor allem die eigene Belegschaft, die seit April viele Samstagsschichten schieben musste. „Es war schon toll, was die Kollegen geleistet haben.“ Sie bittet aber noch um etwas Geduld, weil die Neuen erst eingearbeitet werden müssen. „Es braucht vier bis fünf Wochen, bis sie auch das letzte Haus im Wald gefunden haben.“

„Es kann durchaus vorkommen, dass kleine Stichstraßen übersehen und abgelegene Objekte nicht gefunden werden oder ein Hol- und Bringservice nicht ausgeführt wird“, sagt auch der AWSH-Sprecher und bittet: „Melden Sie sich in solchen Fällen bei uns, damit wir das Problem schnellstmöglich lösen können.“

Die Rückkehr zur Normalität gilt auch für die kostenfreie Anlieferung von „Rest- oder Gartenabfall auf den Recyclinghöfen. Bei der regulären Abfuhr der Tonnen werden „Beistellungen im angemessenen Umfang“ noch bis Freitag nächste Woche mitgenommen, dem 17. August. Die Gutscheine für die Anlieferung auf den Recyclinghöfen, die die AWSH an alle Kunden verschickt hat, sind noch bis Jahresende gültig.

Laufsxchritt:

Was aussehen mag wie moderne Sklaverei, wenn die Müllwerker im Laufschritt die Tonnen entleeren, hat andere Ursachen. Zwar haben die Mitarbeiter Verträge auf Stundenbasis, fahren aber auch feste Touren. Und wer die schneller absolviert als in der Regelarbeitszeit, kann die gewonnene Zeit für sich nutzen. So eine Regelung habe Firmeninhaber Jürgen Grabau in seinen Jahren als Betriebsratvorsitzender für die Belegschaft vereinbart. Und das gelte auch in seiner Firma, so Stefanie Comte.

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