Mühlenredder bleibt vorerst offen

Sperrung des Mühlenredder verschoben: Wegen Frost starten Bauarbeiten später. Foto: st
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Sperrung des Mühlenredder verschoben: Wegen Frost starten Bauarbeiten später. Foto: st

Frost verhindert den Baubeginn der Sohlgleite für die Aue am Ahrensburger Schloss.

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09. Januar 2009, 10:18 Uhr

Ahrensburg | Zwischen dem Ahrensburger Schloss und der Aue soll eine Sohl-gleite zwecks Höhenausgleich der beiden Wasserpegel entstehen, doch die Arbeiten verzögern sich nun. Grund sind die frostigen Temperaturen. Auch muss nun unter dem Mühlenredder ein Rohr mit 120 Zentimeter Durchmesser verlegt werden. Eine Maßnahme die zu Beginn der Planung nicht vorgesehen war und auch die ursprüngliche Kostenplanung sprengt: Statt 150 000 Euro kostet der Umbau der Aue nun aber 450 000 Euro.

"Die Maßnahme wird komplett aus EU-Mitteln finanziert", kann Hans-Jürgen Wriggers, Vorsitzender des Gewässerpflegeverbands Ammersbek-Hunnau, beruhigen. Allein für die Sohlgleite, ein etwa zwei Meter breites schlangenförmiges Bachbett, hätten die veranschlagten 150 000 Euro gereicht, immerhin existiert bereits ein 60 Zentimeter breites Rohr für den Grundablauf vom Teich in die Aue. "Das Rohr jedoch ist schon jetzt ausgereizt", so Wriggers. Wenn der zweite Zulauf in die Aue, der bisher einem zwei Meter hohen Wasserfall ähnelt, und es Fischen und anderen Wassertieren unmöglich macht, gegen den Strom in den Teich zu wandern, in eine Sohlgleite umgewandelt wird, können die dort derzeit fließenden Wassermassen nicht mehr bewältigt werden. "Die Sohlgleite würde weggeschwemmt werden", so Wriggers - besonders bei Hochwasser.

Das dickere Rohr soll dies verhindern. Es ist mit einem Schieber versehen, der die durchfließende Wassermenge reguliert - alles vollautomatisch, so Wriggers. Der Wasserstand in der Sohlgleite wird ständig gemessen. 15 Zentimeter Wassertiefe brauche die Sohlgleite immer laut Wriggers. Steigt der Wasserpegel, etwa bei Starkregen, dann wird die Rohröffnung entsprechend vergrößert und leitet mehr Wasser aus dem Schlossteich in die Aue - hinter der Sohlgleite. Im umgekehrten Fall wird das Rohr komplett geschlossen.

Mit dem Bau der Sohlgleite wird die EU-Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt, die die Durchgängigkeit von Wasserwegen gewährleisten soll. "Der derzeitige

Sohlabsturz teilt das Gewässer jedoch in zwei Teile", so Wriggers. Durch die Sohl-gleite verteilt der Höhenunterschied durch ihre schlangenähnliche Form auf 120 Meter. Das verringert die Steigung für die Wasserbewohner, die nun sozusagen barrierefrei zwischen Aue und Schlossteich hin und her wandern können.

Bevor die Arbeiten am Übergang zwischen Schlossteich und Aue beginnen können, muss jedoch das Wasser des Schloss-

teiches zum Großteil abgelassen werden - bis auf einen Wasserstand von einem Meter am Auslauf. "Das hat aber keinen Sinn, wenn jetzt schon abzusehen ist, dass das Wasser vor dem Rohr gefriert", so Landwirt Wriggers. "Im Tunnelbauverfahren wird das Rohr verlegt werden. Jeden Tag soll ein Meter gegraben werden."

20 Meter werden benötigt.

Solange die Temperaturen nicht über Null klettern, und es beginnt zu tauen, wird am Schloss also nichts passieren. Das bedeutet auch, dass der Mühlenredder zwischen Schlossteich und Aue solange befahrbar und begehbar sein wird. Laut Bauplan sollte dieser eigentlich bereits seit Montag komplett gesperrt sein. Mittelfristig jedoch ist die viermonatige Sperrung für Fahrzeuge, Radfahrer und auch Fußgänger unumgänglich, da die enge Einbahnstraße für Baustellenverkehr benötigt werden wird.

Fußgänger und Radfahrer müssen dann die Ostseite der B 75 (Marstall) nutzen und die Fahrbahn an der Kreuzung am Weinberg überqueren. Der Kraftfahrzeugverkehr wird umgeleitet - über Lübecker Straße, Am Alten Markt, Große Straße, Bei der Doppeleiche und Reeshoop.

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