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Keiner will sie : Mühlen-Pläne ärgern die Nachbarn

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Aufregung bei Einwohnerversammlung über geplante, Windkraftanlage. Anlieger in Sorge um den Wert ihrer Grundstücke.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2013 | 16:00 Uhr

Eine geplante Windkraftanlage hinter einem landwirtschaftlichen Betrieb in der Oldesloer Straße im Ortsteil Eichede zwischen Beschkamp und dem Ortsausgang in Richtung Barkhorst erregt die Gemüter der Anlieger. Sie brachten jetzt das Thema auf der Einwohnerversammlung zur Sprache. Sie fürchten Lärmbelästigung, Schattenschlag und vor allem eine Wertminderung ihrer Grundstücke. Die meisten der Betroffenen haben erst vor wenigen Jahren ihre Grundstücke neben dem Landwirtschaftlichen Betrieb gekauft und dort ihr Häuschen gebaut. „Erst wurden uns die Grundstücke für teures Geld verkauft und jetzt setzt man uns so eine Anlage vor die Nase“, machte ein Anwohnerin ihren Ärger Luft.

Im Februar bekam die Gemeinde eine Bauvoranfrage auf den Tisch, dass in Eichede der Bau einer privaten Windkraftanlage geplant ist. Sie soll eine Nabenhöhe von 30 Metern haben. Die Rotoren haben einen Durchmesser von 45 Metern, so dass sich eine Gesamthöhe von 53 Metern ergibt. Bei dem Vorhaben handelt es sich um ein privilegiertes Projekt, so dass die Gemeinde keinen planerischen Einfluss darauf nehmen kann. Sie konnte nur ihr Einvernehmen erteilen oder es ablehnen. Letzteres hätte aber keine größeren Auswirkung gehabt, da der Kreis jederzeit die Gemeinde hätte überstimmen können.

Der damalige Bürgermeister Heino Doose (CDU) hatte das gemeindliche Einvernehmen erteilt, sofern es sich tatsächlich um ein privilegiertes Bauvorhaben handele. Allerdings hat er das im Alleingang gemacht und das Thema nicht in die kommunalen Gremien gebracht. „Das ist aber so rechtens. Ob es politische richtig war ist eine andere Sache“, betonte die heutige Bürgermeisterin Heidi Hack (ABiS). „Durch ein Versagen des gemeindlichen Einvernehmens hätte die Gemeinde ein politisches Zeichen setzen können“, so die Bürgermeisterin gegenüber dem Stormarner Tageblatt. Jetzt kann sie den betroffenen Bürgern nicht mehr helfen und hat auch keine weiteren Informationen zu der Planung, denn die Gemeinde hat keine Möglichkeit, noch einzugreifen.

Ralf Maltzahn vom Amt Bad Oldesloe-Land riet den betroffenen Anliegern sich an die Bauaufsicht des Kreises Stormarn zu wenden. Dort würden sie konkrete Auskünfte erhalten können. Dazu gehört auch die Prüfung eines Gutachtens, aus dem die Belastung für die Anlieger hervor geht. „Die Entfernung zur angrenzenden Wohnbebauung muss mindestens das Dreifache der Gesamthöhe der Anlage betragen“, so Ralf Maltzahn. In dem Eicheder Fall wären das bei einer Gesamthöhe von 53 Metern bis zur Flügelspitze ein Abstand von mindestens 159 Metern. Bei Beeinträchtigung durch Schattenschlag der Rotoren oder Geräuschen könnte dieser Abstand allerdings noch erweitert werden.

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