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Stormarner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 03:10 Uhr

Bad Oldesloe : Mr. X und das Schwimmbad-Kino

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der neue Oldesloer Kinder- und Jugendbeirat hält seine konstituierende Sitzung ab und plant erste Aktionen für mehr Popularität.

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2016 | 06:00 Uhr

Sie haben es geschafft. Fünf Oldesloer Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren, die sich wunderten, dass es keinen Kinder- und Jugendbeirat mehr in ihrer Heimatstadt gab, warfen ihre Hüte in den Ring und beleben jetzt kommissarisch das Gremium. Bürgermeister Jörg Lembke gratulierte Timo Lübben (18), Svea Müller (16), Anika Heinz (16), David Zilesch (18) und Laura Lubahn (17) in ihrer offiziellen ersten Sitzung. „Ich freue mich, dass es diesen Beirat und das Engagement gibt. Ich werde auch versuchen, so oft wie möglich bei den Sitzungen dabei sein zu können“, sicherte Lembke seine Unterstützung zu.

Bei den vorangegangenen Beiräten war es stets ein Hauptproblem, dass sich die Vertreter von Verwaltung und politischen Vertretern nicht ernst genommen fühlten. Im Endeffekt fand sich 2014 nur noch ein Jugendlicher, der Lust hatte, sich einzubringen – das vorläufige Ende des Beirats.

Wichtiger Fakt dabei war, dass angestoßene Jugendprojekte – wie es halt in der Lokalpolitik manchmal so ist – von Ausschuss zu Ausschuss weitergereicht wurden und manchmal auch im Nichts endeten. „Es ist Jugendlichen natürlich schwer zu erklären, dass sie die Umsetzung der Idee eventuell gar nicht mehr in ihrer Amtszeit mitbekommen. Dafür sollte man auch als Politiker sensibilisiert sein und hier und da dann mal auf das Gaspedal treten“, so Lembke. Eine Einführung in die Abläufe in Verwaltung und Lokalpolitik werde er gerne bei der nächsten Sitzung geben. Außerdem sei mit Katrin Stehr von der Stadtjugendpflege ja bereits eine Verwaltungsmitarbeiterin an der Seite der Jugendlichen.

Zu ihrem Vorsitzenden wählten die politisch Engagierten David Zilesch. Stellvertreter wurden Timo Lübben und Laura Lubahn. Alle Mitglieder können auf Erfahrungen aus der Kinder- und Jugendarbeit in verschiedenen Bereichen zurückgreifen – ob bei der DLRG, in der Kinderstadt Stormini oder in der Kirchengemeinde.

Ein wichtiger Punkt werde aus ihrer Sicht sein, die Gleichaltrigen für das Thema zu begeistern und überhaupt bekanntzumachen, dass es den Beirat gibt und dass im November 2017 neu gewählt wird. „Wir wussten alle nichts von diesem Gremium und was möglich ist“, so Lübben. Die Beiratsarbeit, so zumindest die Vorstellung aktuell, solle eine Mischung aus dem Organisieren von Veranstaltungen, dem Aufbereiten von Informationen und politischer Arbeit sein. „Wir werden sicherlich eine gesunde Mischung finden. Zunächst wollen wir aber mit Aktionen auf uns aufmerksam machen und für Bekanntheit sorgen“, so der Vorsitzende Zilesch.

Ein wichtiger Bereich sei es allerdings auch heutzutage, in den sozialen Medien wie Facebook und Instagram vertreten zu sein. Daran wolle man arbeiten. Allerdings, darauf wies auch Bürgermeister Jörg Lembke nochmal hin, sei das immer aus datenschutzrechtlichen Gründen immer ein wenig problematisch. Die Stadt Bad Oldesloe könne nicht offiziell bei Facebook oder Instagram aktiv werden. „Wir werden uns dort noch ganz genau informieren und schauen, wie wir Lösungen finden. Es ist mir bewusst, dass diese Plattformen heutzutage wichtig sind. Wir müssen aber auch immer die rechtliche Seite beachten“, so Lembke.

Ebenso bei einer ersten angedachten Aktion spielen digitale Medien eine wichtige Rolle. Die Beiratsmitglieder planen eine moderne „Mr X“- Jagd mit GPS und Handyortung. Ein zweites größeres Vorhaben liegt auch schon auf dem Tisch: Der Beirat möchte gerne ein Kino im „Travebad“ veranstalten. „Da müssen wir aber erst noch Gespräche mit den Stadtwerken führen und auch sehen, ob es technisch überhaupt so ginge, wie wir uns das vorstellen“, so Lubahn.

Zentral bleibt außerdem die Vorbereitung der Wahl in genau einem Jahr. Ob sie dann dort als Kandidaten antreten, können alle aktuellen Mitglieder nicht beantworten. „Wir wollen erstmal loslegen und gucken dann, wie es läuft und was wir jeweils gerade machen. Es ist ja immer eine Frage, wer im Abitur ist oder in die Ausbildung geht“, so Anika Heinz.

>Nächste Sitzung des Beirats am 16. Januar im Oldesloer Stadthaus.

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