Mordslust auf Krimi und Büfett

Elisabeth Herrmann lässt ihre Ermittler in der brandenburgischen Provinz ein Geheimnis aufdecken.
Elisabeth Herrmann lässt ihre Ermittler in der brandenburgischen Provinz ein Geheimnis aufdecken.

Elisabeth Herrmann stellt ihren jüngsten Roman "Dorf der Mörder" im Logenhaus vor

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10. April 2013, 12:02 Uhr

Bad Oldesloe | Mit dem Buch dürfte sich Elisabeth Herrmann in Brandenburg ähnlich beliebt gemacht haben wie Rainald Grebe. Doch während dessen legendäres Lied "Brandenburg" ganz klar eine Satire ist, was ihn gewissermaßen frei spricht, weiß man das bei Elisabeth Herrmanns "Das Dorf der Mörder" nicht so genau. Okay, auf dem Cover steht "Roman", die Autorin ist Deutsche Krimipreis-Trägerin 2012 und für ihre spannenden Bücher sowie Hörspiele bekannt - aber das muss nichts heißen. "Wendisch Bruch", da bin ich doch schon mal durchgefahren, oder nicht? So wie Elisabeth Herrmann das kleine aussterbende Dörfchen jedenfalls beschreibt, sind tausende Orte in Brandenburg: verlassen, verfallen, dem Tode geweiht. Das ist Realität, oder könnte es zumindest sein - wer weiß denn schon, welche Dramen sich da hinter den maroden Mauern abspielen.

Im Berliner Tierpark - nicht im Zoo! - wird ein Mann ermordet. Nicht einfach so, er wird, körperlich gelähmt, aber geistig wach, an Schweine verfüttert. Die Idee ist nicht neu, die kennt man schon von "Hannibal", doch das spielt keine Rolle, denn um diesen Mord geht es im weiteren Verlauf eigentlich nur noch am Rande. Eine Täterin ist schnell gefasst: Charlotte "Charlie" Rubin, deren Job es ist, hinter den Kulissen des Tierparks Kleintiere zu züchten und zu töten, damit sie an andere Tiere verfüttert werden können. Die Indizien passen, für die Polizei ist der Fall damit gelöst.

An der Stelle geht, anfangs langsam und behäbig, aber nie langweilig, die eigentliche aber gewissermaßen inoffizielle Aufklärungsarbeit los. Da ist zum einen die Polizistin Sanela Beara, die sich von ihren Gefühlen geleitet über alle Dienstanweisungen hinwegsetzt, ihren Chef nervt und auf eigene Faust weiter ermittelt. Der Psychologie-Doktorand Jeremy Saaler, dessen Chef ein Gutachten über Charlie Rubin schreiben soll, stellt ebenfalls Nachforschungen an - aus einer ganz anderen Richtung. Ihre Ermittlungen führen sie nach Wendisch Bruch, wo Charlie Rubin aufgewachsen ist. Dort kommt es zum furiosen Finale.

Am Montag, 22. April, wird Elisabeth Herrmann "Das Dorf der Mörder" in Bad Oldesloe vorstellen. Im Rahmen der Frauenkulturtage kommt sie zu einer Lesung - sie ist Gast beim vierten Oldesloer Krimiabend mit Büfett. Der findet in diesem Jahr erstmals im Logehaus statt. Gleichstellungsbauftragte Marion Gurlit hatte schon mal eine Lesung mit den Logenbrüder zusammen organisiert: Maiken Nielsen las seinerzeit aus ihren Roman "Die Freimaurerin". Das passte inhaltlich natürlich gut. "Das hat mir sehr viel Spaß gemacht", bekennt Logenbruder Uwe Möllnitz. Mit Marion Gurlit wurde vereinbart, das noch mal zu wiederholen. Aber mangels einer konkreten Idee war es erst mal bei dieser losen Verabredung geblieben. Da Möllnitz aber auch Krimifan ist und die Lesungen mit Büfett schon zwei Mal besucht hat, war das ein neuer Ansatzpunkt. "Ich kann mir das sehr gut in den Logenräumen vorstellen", sagt Uwe Möllnitz.

20 Euro kosten Tickets für dieses spannenden, kulinarischen Abend. Und das ist noch nicht kostendeckend. 15 Euro davon verschlingt das Büfett. Die Freimaurer übernehmen das Honorar für die Autorin und richten den Saal her. Drei Euro wollen sie zudem für einen gemeinnützigen Zweck spenden.

Melitta Hussong-Wallbaum wird wieder das Büfett gestalten. In den Räumen der Johannisloge ist Platz für 80 Gäste. An den Krimiabenden im Bürgerhaus konnten maximal 60 Besucher teilnehmen. Die Karten waren immer schnell vergriffen. Der Vorverkauf läuft über die Buchhandlung Willfang.

Das Dorf der Mörder, Goldmann Verlag, 480 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 978-3442313259

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