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Leiche im Löschteich : Mordsfrau aus Bargteheide

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Krimiautorin Eva Almstädt hat mit „Ostseesühne“ den Sprung auf die Spiegel-Bestsellerliste geschafft. Pia Korittki ermittelt mittlerweile in ihrem neuten Fall. Weitere sind geplant.

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erstellt am 08.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Das ist der Ritterschlag: Die Bargteheider Krimiautorin Eva Almstädt hat es mit ihrem neusten Roman auf die Spiegel-Bestsellerliste geschafft. „Ostseesühne“ rangiert auf Platz 27. Der Verlag Bastei Lübbe investiert in die Bargteheiderin, es wird Werbung gemacht, es gibt einen kurzen „Book-Trailer“, der Verlag kümmert sich bundesweit um Lesungen und im Hamburger Hauptbahnhof hängen neuerdings Großplakate. Mit dem Slogan „Keiner der dich hört, wenn du schreist“ vor einer idyllischen Strandszenerie mit blauem Himmel wird für Ostseesühne geworben. „Das ist ganz komisch, sowas zu sehen“, gesteht die Autorin: „Einerseits ist es natürlich ganz toll, aber im nächsten Moment frage ich mich, ob ich dem denn auch gerecht werde.“

„Ostseesühne“ ist bereits der neunte Fall für Ermittlerin Pia Korittki. Angefangen hatte alles vor zehn Jahren mit „Kalter Grund“. Dieser Fall der Lübecker Ermittlerin erscheint mittlerweile in der neunten Auflage. 250 000 Bücher der Expertin für Mord und Totschlag sind mittlerweile verkauft worden. Und weitere sollen folgen. „Ich arbeite grade an Pia Nummer 10. Es wird langfristig geplant, denn ich habe Verträge für drei weitere Romane. Da kann ich mir schon mal Gedanken machen, wie Pias Entwicklung sein könnte“, berichtet Eva Almstädt.

Im aktuellen Fall wird eine stark verweste Leiche in einem Feuerlöschteich gefunden. Von den Bewohnern des Hofs fehlt jede Spur, aber es wabern Gerüchte durchs Dorf. Pia Korittki muss nicht nur diesen Mord aufklären, sondern auch ihr Privatleben organisieren. Eva Almstädt: „Pias Entwicklung, ihr Privatleben, ist den Lesern wichtig.“ Deshalb macht der Kriminalfall nur 70 Prozent des Buches aus. Auch der schwule Kollege Brodersen, dessen Freund einen halbwüchsigen Sohn mit in die Beziehung bringt, darf nicht zu kurz kommen.

„Ich brauche immer erst mal einen Ort“, verrät die Schriftstellerin, wie sie ihre Geschichten entwickelt: „Ich versuche, mir dann vorzustellen, wie die Menschen dazu sind.“ Wenn sie von einem Spaziergang durchs Brennermoor erzählt, vom Ringwall und dem Herrenhaus bis hin zum Haltepunkt Freesenburg, bekommt man eine Ahnung von ihrer Arbeitsweise. „Da hängt tatsächlich ein Schild, man solle dem Schaffner winken, dann würde der Zug halten“, sagt sie deutlich amüsiert, und man sieht ihr regelrecht an, wie sich unter der blonden Mähne Puzzleteile zu einem neuen Fall zusammenfügen.

Anfangs war das Schreiben für die gelernte Innenarchitektin ein Hobby. „Das ist jetzt mein Beruf, ich bin professioneller geworden“, sagt die 48-Jährige. Weil sie mit ihren Büchern zum Familieneinkommen beitrage, nehme sie sich das Recht, die Tür des Arbeitszimmers hinter sich zu schließen. Disziplin ist notwendig, denn nicht nur der nächste Roman muss pünktlich fertig werden, Homepage und Soziale Netzwerke wollen gepflegt, Lesungen vorbereitet und die Steuern sauber abgewickelt sein.

Eva Almstädt schreibt nicht nur Pia Korittki. Mit „Dornteufel“ hat sie jetzt ihren ersten Thriller veröffentlicht, dessen Handlung über den ganzen Globus verstrickt ist: New York, Bihar, Paris, Hamburg – ein international operierender Kosmetikkonzern schreckt weder vor Morden noch vor Menschenversuchen zurück. Drei Jahre hat die Bargteheiderin an dem Werk gearbeitet. Pias Erfolge haben ihr die Türen dafür geöffnet.

Eva Almstädt stellt beide Romane morgen Abend ab 20 Uhr im Rahmen der Reihe „Literatur live“ im Ahrensburger Marstall vor. Der Eintritt für die Lesung kostet im Vorverkauf zwölf Euro inklusive einem Wein. Tickets sind in der Buchhandlung Stojan, in der Weinhandlung 20 Wines im Marstall sowie beim Markt erhältlich.

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