Bad Oldesloe : Mord historisch aufbereitet

Der Bürgermeister (Heiko Vosgerau) verhört den Gutsverwalter (Mähl).
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Der Bürgermeister (Heiko Vosgerau) verhört den Gutsverwalter (Mähl).

Die Badomat-Darsteller proben intensiv für Krimi-Stadtführung „Tod in der Trave“. Premiere ist am Sonnabend, 26. Mai.

Andreas Olbertz. von
19. Mai 2018, 08:00 Uhr

„Zügig, Leute! Bitte zügig weiter.“ Ilona Rehme treibt die Karawane an. Gut zwei Dutzend seltsam gekleideter Menschen zieht hinter ihr her durch die Innenstadt. Ganz klar: Badomat proben wieder für eine historische Stadtführung.

Historische Stadtführungen hat die Theatergruppe schon häufiger inszeniert – erfolgreich. Diesmal wird es ein besonderes Stück. Fünf Spielstationen sind vorgesehen. „Früher waren es immer einzelne Szenen. Jetzt haben wir zum ersten Mal eine durchgängige Handlung“, erzählt Ilona Rehme.

Die grobe Idee dazu hatte schon vor einigen Jahren Dr. Inga Maria Vosgerau vom Theaterverein. Ilona Rehme wiederum kennt die Autorin Antonia Fehrenbach aus dem Segebergischen. Zwei ausverkaufte Lesungen, ein Krimidinner und regelmäßiger Kontakt – „wir sind locker befreundet“, sagt Ilona Rehme. Bei Autorin Fehrenbach kam beides zusammen: Sie ist Krimiautorin und erfolgreich mit ihrer Biografiearbeit. Das sind beste Voraussetzungen, um einen Kriminalfall in einem historisch belegten Umfeld zu entwickeln. Man kam ins Gespräch, wurde sich einig – so hat Antonia Fehrenbach „Tod in der Trave“ für Badomat geschrieben. Eigentlich sollte das Stück bereits vergangenen Herbst aufgeführt werden, doch es entpuppte sich als aufwändiger als ursprünglich gedacht. Also wurden die Führungen auf das Frühjahr verschoben. Am Sonnabend, 26. Mai, um 16.30 Uhr ist Premiere, weitere Vorstellungen sind um 19 Uhr sowie am Sonntag, 27. Mai, um 14 und 17 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist auf jeweils 25 begrenzt, aber noch gibt es für alle Termine Eintrittskarten.

Hans-Peter Engel wollte als Statist mitmachen und bekam gleich die Hauptrolle.
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Hans-Peter Engel wollte als Statist mitmachen und bekam gleich die Hauptrolle.

Hans-Peter Engel hatte in einem Zeitungsbericht von dem Projekt erfahren und sich um eine Rolle beworben. „Im alten Kostüm kannst du dich doch auch an die Ecke stellen“, schildert er seine Vorstellungen. Heraus kam etwas anderes. „Jetzt bin ich der Stadtführer“, erzählt er – die Hauptrolle.

Das Stück spielt ein Jahr vor dem großen Stadtbrand von 1798. Stadtdiener Carl Friedrich Steinfeld (Engel) soll Besucher durch die Stadt führen und ihnen etwas über deren Geschichte und die verschiedenen Berufe an der Trave erzählen. Plötzlich treibt eine Leiche im Wasser.

„Wenn es um ein so kapitales Verbrechen ging, musste natürlich der Bürgermeister persönlich ran. Der hatte damals die Polizeigewalt“, erklärt Ilona Rehme. Christian August Noodt, gespielt von Heiko Vosgerau, übernimmt die Ermittlungen. Dabei tun sich Abgründe auf, die wieder viel mit der Trave und ihrem Pegelstand zu tun haben. Erstmals ist auch Manfred Brembach in den Reihen von Badomat zu erleben. Ilona Rehme hatte den Oldesloer Musiker und Trave-Kenner angesprochen, ob er nicht ein Lied über die Trave kenne. „Ich kenne keins, außer dem, das ich selber geschrieben habe“, sagt er: „Da habe ich natürlich gleich Morgenluft gewittert.“ Und schon hatte er die Rolle des Barden in dem Stück. „Blöd ist ja nur, das ich immer noch nicht den Text von meinem eigenen Lied kenne“, räumt Brembach ein. Doch damit ist er unter den fast 25 Darstellern nicht alleine. Etliche laufen noch mit ihren Textheften herum, immer wieder hakt es. Anstelle von historischen Holzkarren werden noch Plastikmülltonnen über den Hof gezogen. „Es sind ja noch ein paar Tage Zeit“, gibt sich Regisseurin Rehme gelassen.

Michael Brembach spielt einen Barden und singt ein eigenes Lied über die Trave
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Michael Brembach spielt einen Barden und singt ein eigenes Lied über die Trave.

Und noch etwas ist noch nicht ganz fertig. „Wollt ihr mal eine nackige Wasserleiche sehen?“, fragt Rehme ihre Mitstreiter. Ing Maria Vosgerau bastelt an dem wichtigen Requisit. „Die sieht ja aus wie eine ägyptische Mumie“, scherzen die Darsteller. Doch so wird es nicht bleiben. „Die wird natürlich noch angezogen und bekommt Haare“, verspricht Ilona Rehme.

Karten für die vier Aufführungen gibt es für je 12 Euro in der Stadtinfo, bei Friseur Führmann und der Buchhandlung Willfang sowie online unter www.badomat.net

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