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Ahrensburg : Moorwanderweg-Brücke: Edelstahl macht’s noch teurer

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Öffentliche Bauprojekte werden nie billiger als ursprünglich mal geplant. So ergeht es Ahrensburg auch mit der Brücke im Tunneltal.

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erstellt am 10.Mai.2017 | 06:00 Uhr

In seiner Sitzung heute um 19.30 Uhr im Peter-Rantzau-Haus will der Umweltausschuss den Vorentwurf für den Neubau der Moorbrücke freigeben. Die Kostenschätzung des Hamburger Büros 51 hatte Bauamtsleiter Peter Kania den Fraktionen vorab vorgestellt. Aus gutem Grund: Danach wird die Wanderweg-Brücke nämlich noch mal rund 200  000 Euro teurer.

Die hohen Kosten sind ein wesentlicher Grund, warum Ahrensburg schon seit mehr als vier Jahren über Neubau oder Sanierung diskutiert. 2014 hatte eine Kostenschätzung für die Brücke 800  000 Euro ergeben, mehr als doppelt so viel, wie geschätzt worden war. Alle Versuche mit alternativen Ansätzen scheiterten, zuletzt auch die SPD, die im März eine „funktionale Ausschreibung“ beantragen wollte, bei der Firmen eigene Konstruktionsvorschläge mit Preisvorstellungen einreichen. Bei der Brücke im FFH-Gebiet Tunneltal seien so viele Randbedingungen zu beachten, und es müsse so vieles vorher abgestimmt werden, was sich in einer funktionalen Ausschreibung gar nicht abbilden lasse, argumentierte Annette Kirchgeorg aus der Umweltabteilung.

Als von der Politik gewollte Alternative hatte die Stadt im vergangenen Jahr das Hamburger „Büro 51“ mit einer Vorplanung beauftragt. Im Dezember stellten die Architekten ihr Konzept vor: Zwei Brückenköpfe und ein 225 Meter langes schwimmendes Mittelteil aus einzelnen Elementen.

Ein Preis für die Konstruktion wurde allerdings noch nicht genannt, den gab es erst jetzt: 942  000 Euro soll der Brückenneubau kosten. Das lehnte die Politik aber nicht gleich in Bausch und Bogen ab, weil zusätzliche Fördergelder die Mehrkosten fast kompensieren könnten.

Die Stadt hatte sich 2016 für den Wettbewerb zur Förderung investiver touristischer Maßnahmen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung mit der „Erneuerung des Moorwanderweges im Naturschutzgebiet Stellmoor-Ahrensburger Tunneltal“ beworben. Die erste Hürde passierte das Projekt im Februar. Die Jury empfahl es für die zweite Phase – die Antragstellung. Dafür sind eine Entwurfsplanung mit Kostenschätzung, ein Haushaltstitel und ein Nachweis nötig, dass damit der Tourismus gefördert wird. Aus dem Efre-Fonds beim Land winken dann 50 Prozent Zuschuss. Bislang waren es 40 Prozent, so dass sich der Eigenanteil der Stadt nur um knapp 40  000 Euro erhöhen würde. Die Politik will den Weg mitgehen. „Das ist kein Blankoscheck, aber ich glaube auch nicht, dass wir mit einer dritten oder vierten Variante deutlich günstigere Angebote bekommen“, sagt FDP-Fraktionschef Thomas Bellizzi.

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