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Stormarner Tageblatt

24. Oktober 2017 | 13:39 Uhr

Moorbrücke – nächster Anlauf

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die marode Moorbrücke hat schon mal bessere Tage gesehen. Seit Jahren nagt an der Überführung der Zahn der Zeit. Seit Jahren ist der Überweg Thema. Doch passiert ist nichts – bis jetzt.

von
erstellt am 13.Dez.2016 | 13:18 Uhr

Seit vier Jahren wird über Sanierung oder Neubau der Brücke im Moorwanderweg geredet. 2014 hatte der Umweltausschuss schon mal rund 800  000 Euro für einen Neubau in den Etat gestellt, den Beschluss nach massiver Kritik an den Kosten, die doppelt so hoch lagen wie geschätzt, dann aber wieder zurückgenommen.

Nun gibt es einen neuen Anlauf, der auf dem Auftrag des Ausschusses an die Stadtverwaltung beruht, ein zweites Büro mit einer Vorplanung zu beauftragen. Die Wahl fiel auf das Hamburger „Buero 51“. Die beschreiben ihr Portfolio selbst so: „Neubau- und Revitalisierungsprojekte sowie Wettbewerbsbeiträge aus den Bereichen Office, Wellness und Hotel sowie aus dem Wohnungs- und Schulbau.“

Brücken sind bislang nicht dabei, „aber sie haben Erfahrung mit komplizierten und sehr unterschiedlichen Projekten“, so Annette Kirchgeorg aus der Umweltabteilung. Ein CDU-Politiker, der aus der Branche kommt, hatte der Verwaltung mehrere Büros empfohlen, die in Frage kommen könnten. Man entschied sich für das 2001 gegründete Hamburger Architekturbüro. Peter Fenske, einer der vier Gesellschafter, hat sich Gedanken gemacht und wird das Konzept für einen Brückenneubau selbst im Umweltausschuss am heutigen Mittwoch ab 19.30 Uhr im Peter-Rantzau-Haus vorstellen.

Der 225 Meter lange Mittelteil des Bohlenwegs im Tunneltal ist eine Schwimmbrücke und soll es auch bleiben. Der Hamburger Architekt schlägt zwei Brückenköpfe und dazwischen eine schwimmende Konstruktion aus einzelnen Elementen vor. Für die tragende Konstruktion wird Eiche empfohlen, die Schwimmkörper sollen aus Hartschaum bestehen, der beschichtet wird, damit keine Feuchtigkeit eindringen kann.

„Wenn wir gefragt werden, überlegen wir, was man machen kann. Ob es das ist und ob das gewollt ist, muss man sehen“, sagt Peter Fenske. Er geht mit dem Grobentwurf, einem Modell und Ausdrucken in die Sitzung. Detallierte Überlegungen und genaue Kostenschätzungen gibt es noch nicht. „Die werden wir im Februar vorlegen, wenn wir auf dem Weg weitermachen sollen“, so Fenske.

Den Weg durch das Tunneltal gibt es seit 1958. Und er wurde immer wieder saniert und umgebaut. Zuletzt war die Konstruktion aus Eichen- und Lärchenholz 2003 durch Mitarbeiter der BQS unter der ehrenamtlichen Anleitung eines Ingenieurs erneuert worden. Das kostete 12  000 Euro. Jetzt wären die Politiker froh, wenn sie es mit 450  000 hinbekämen.

Über Geld möchte auch Annette Kirchgeorg nicht reden. 280  000 Euro standen im Haushalt für dieses Jahr bereit, und davon kann der größte Teil auf nächstes Jahr übertragen werden. Zudem hofft die Stadt auf Efre-Mittel aus dem Programm Natur und Kulturerlebnis Schleswig-Holstein. „Der Antrag ist gestellt, wir haben aber noch keine Antwort, ob wir in die engere Wahl kommen“, sagt Annette Kirchgeorg, ist aber überzeugt, dass die Moorwanderbrücke genau zum Thema passt. „Und außerdem ist sie einmalig in Schleswig-Holstein.“

Einem Neubau müsste zwar auch die Naturschutzbehörde zustimmen, weil das Tunneltal FFH-Gebiet ist. „Das ist aber bereits vorbesprochen. Ein Artenschutz-Gutachten und ein landschaftspflegerischer Begleitplan sind in Vorbereitung“, sagt Annette Kirchgeorg, „insofern sind wir einen Riesenschritt weiter.“

Auch die Zeit spricht dafür, dass die Politik erstmal ihr Okay geben wird, am neuen Entwurf weiterzuarbeiten. 2018 steht wieder eine umfassende statische Prüfung der Moorbrücke durch den TÜV an. „Der Prüfer hat bei der jährlichen Untersuchung in diesem Jahr gesagt, dass man die Brücke eigentlich gar nicht mehr prüfen und deshalb auch nicht weiter freigeben könne“.

Weitere Themen im Umweltausschuss sind ein Sachstandsbericht zur Lärmaktionsplanung und zwei Anträge. Der des Kinder- und Jugendbeirat möchte die Skateanlage Stormarnplatz für 160  000 Euro komplett mit Beton- statt Holzelementen erneuern lassen. Bislang sind nur 27  000 Euro eingeplant.

Um noch mehr Geld geht es bei einem neuen Antrag der Grünen. Sie wollen das Klo-Häuschen am Rathaus erhalten, das als „teuerste Toilette Deutschlands“ in den Medien verspottet wurde und es ins Schwarzbuch des Steuerzahlerbunds geschafft hatte. Statt 44  000 Euro plus 2000 Euro für Wasser und Strom bietet die Firma, deren Vertrag zum 31. Dezember, gekündigt wurde, jetzt einen halbierten Mietpreis an.

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