Nütschau : Moderne Ausbildung

Verschiedene taktische Einsatzszenarien eines Innenangriffs können simuliert werden. Das Feuerwer wird mit Gas entzündet und zusätzlich wird Holz verwendet
Verschiedene taktische Einsatzszenarien eines Innenangriffs können simuliert werden. Das Feuerwer wird mit Gas entzündet und zusätzlich wird Holz verwendet

Dräger testet ein neues Modul zur Brandausbildung zurzeit in der Nütschauer Feuerwehrzentrale.

shz.de von
16. Februar 2015, 06:00 Uhr

Da wird dem Feuerwehrmann schon verdammt warm, wenn er in diesem neuen Brandübungscontainer der Firma Dräger sitzt und die Flammen über ihn hinwegschießen. „Praxisphase Realbrandausbildung“ nennt das der Lübecker Konzern. Das neue Modell des Brandübungscontainers trägt den simplen Namen „FTS 8000“. Drei Überseecontainer sind bei diesem Szenario wie ein T zusammengestellt. Gemeinsam haben deutsche und schwedische Experten diese neue Form der Realbrandausbildung für die optimale und sichere Vorbereitung der Feuerwehrmänner im Einsatzfall entwickelt.

Natürlich können dabei alle grundlegenden Übungsszenarien abgewickelt werden, aber es gibt nun auch eine deutlich höhere Sicherheit bei der Ausbildung. „Die Bauart des Übungscontainers mit seinen drei Modulen ist völlig neu“, sagt Trainingsmanager Lucas Kimmi, der mit seinem Team den neuen Übungscontainer betreut. Drei einzelne Module bedeuteten auch drei verschiedene Technikkomponenten, so Kimmi. In einem Container sei auch die messtechnische Überwachung und die Steuerung der Zündquelle untergebracht. „Ausgelöst wird das per Fernbedienung von einem Trainer im Container, der sich in der Nähe des Einsatztrupps aufhält. Wir haben die Möglichkeit, mit Gas, LPG (Flüssiggas) und Holz die Anlage zu befeuern. Einzeln oder sogar in Kombination“, erklärt der Trainingsmanager.

Unter Einbeziehung von deutschen Experten und dem weltweit führenden SRTC (Swedish Rescue Training Centre) wird ein neuer Standard in Deutschland entwickelt, der die Anforderungen an praxisnahe Ausbildung integriert. „Durch den bundesweiten Dialog von Dräger mit Experten wurden aufeinander aufbauende, einheitliche Module entwickelt, die vor allem Atemschutzgeräteträgern nach der Grundausbildung als zusätzliche Trainingsmöglichkeiten für die Vorbereitung auf die Brandbekämpfung dienen sollen“, sagt Pressereferent Herbert Glass. Daran hapert es bislang. „Häufig wird der Ausbildungsinhalt durch die Art der Ausbildungsanlagen oder Gebäude sowie der Art der Befeuerung (Holz- oder Gas) bestimmt“, erklärt Glass. Die Anlage steht nur einmal im norddeutschen Raum: in Nütschau.

Zu den Praxiserprobung im Container gehört auch ein Fachdialog. Das Team erwartet von den Feuerwehrleuten ein Feedback, das wissenschaftlich aufbereitet wird und in die Trainings einfließt.

Natürlich ist die Teilnahme nicht kostenlos. Pro Teilnehmer werden 199 Euro plus Steuer fällig.


Fachausbilder, die Interesse haben, den neuen Brandcontainer kennenzulernen, können noch Restplätze für Seminare unter der Rufnummer (040) 66867131 montags bis freitags jeweils von 9 bis 16 Uhr buchen.

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