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Heimgarten Ahrensburg : Modelbesuch bei Spendern

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Schüler der Heimgarten-Zentrums erliefen beim Spendenlauf 26500 Euro. 10 000 Euro gehen an „Menschen für Menschen“.

shz.de von
erstellt am 02.Dez.2013 | 22:00 Uhr

Erst als am Ende ihres kurzen Vortrags über Äthiopien kreischende Teenager die Bühne stürmten und mit gezückten Handys Erinnerungsfotos zu erhaschen, wurde wieder klar, dass Sara Nuro ein Casting-Star ist. 2009 gewann sie die Show „Germany’s next Topmodel“ und ist daher für viele vor allem weibliche Jugendliche ein echtes Vorbild. Dass ein Model aber so viel mehr auf dem Kasten haben kann, als einfach nur gut auszusehen und dass ihr Leben sich nicht nur zwischen Glamour und Fashionshows abspielt, dass stellte Nuro im Ahrensburger Schulzentrum Heimgarten eindrucksvoll unter Beweis. Sympathisch, unprätentiös und weitab von allen Supermodel-Klischees war sie als Botschafterin der Organisation „Menschen für Menschen“ in die Stormarner Schlossstadt gekommen.

Es gehört schon zur Tradition der Heimgartenschulen, dass Teile der Erlöse des Spendenlaufs an die vom Schauspieler Karlheinz Böhm gegründete Organisation überreicht werden. Nuro nahm den Scheck über 10 000 Euro strahlend entgegen. „Es ist nicht alltäglich, dass wir bei unseren Schulbesuchen solche großen Spenden entgegennehmen können. Danke dafür“, sagte sie zu den anwesenden knapp 400 Schülern der 5. und 6. Klassen.

Sara Nuros Eltern flohen einst aus Äthiopien, um ihren Kindern in Deutschland eine bessere Bildung und somit eine bessere Zukunft ermöglichen zu können. Mit ihrem Engagement für das Heimatland ihrer Vorfahren, möchte das Model nun mithelfen, dass auch in Äthiopien direkt, gute Bildung möglich ist. „Es ist doch unendlich traurig, dass man sein Land verlässt, weil man dort keine Zukunft für die eigenen Kinder sieht“, erzählt sie. Selbst wurde sie in Deutschland geboren, besuchte aber mittlerweile fünf Mal Äthiopien. „Zunächst war ich geschockt. Und als man mir dann sagte, dass Menschen für Menschen schon viel Positives geschaffen hat, fragte ich mich, wie schlimm es denn vorher war. Doch jetzt, immer wenn ich zurückkehre, sehe ich Fortschritte“, erklärte sie den Schülern. „Menschen für Menschen“ engagiert sich für unterschiedlichste Bereiche und Projekte. Sara Nuro liegt besonders die Bildung am Herzen. Bei der Einweihung einer durch Spenden finanzierten Schule - die nun sogar ihren Namen trägt - konnte sie schon dabei sein. „Da steht jetzt zwar mein Name dran, aber ermöglicht haben das alle Spender“, sagt sie.

Ihr Engagement für andere Menschen, habe sich erst so richtig nach ihrer Schulzeit entwickelt, als ihre Popularität durch die Castingshow anstieg. „Ehrlich gesagt, hatte ich nicht das Glück wie die Schüler der Heimgartenschulen, dass ich überhaupt von solchen Projekten erfahren habe. Ich dachte auch ein wenig: ´Was kann man alleine schon tun?´“, ist Nuro ehrlich. Doch umso bekannter sie wurde, desto deutlicher merkte sie, dass sie ihre Popularität für gute Taten einsetzen könne. „Ich habe eine große Demut. Welches Glück habe ich, das ich hier aufwachsen durfte. Ich hätte auch dort irgendwo in Äthiopien auf dem Land leben können“, sagt sie. „Es ist mir auch wichtig, dass wir uns immer wieder vor Augen führen, wie gut es uns hier eigentlich allen geht“, so Nuro.

Die Spendenbereitschaft der Ahrensburger Schüler sei beispielhaft. Insgesamt erliefen sie beim Spendenlauf in diesem Jahr erstaunliche 26 500 Euro, von denen 10 000 Euro an „Menschen für Menschen“ gingen. Die Direktoren Heiner Bock (Gemeinschaftsschule) und Gerd Burmeister (Gymnasium) zeichneten die erfolgreichsten Spendenläufer aus. Ein Geschwisterpaar war dabei am erfolgreichsten gewesen. Jessika Peschel sammelte 980 Euro, ihr Bruder Patrick kam auf immerhin noch 595 Euro. Schon in den vergangenen Jahren standen sie ganz oben auf der Spenderliste. Sie freuten sich über einen Extraapplaus ihrer Mitschüler. „Bei uns lernen die Kinder gleich in der fünften Klasse, warum wir seit Jahrzehnten Menschen für Menschen unterstützen“, erklärte Bock. „Wir spenden gerne für diese gezielten, konkreten Projekte. Über die Jahre sind da schon insgesamt 170 000 Euro zusammengekommen“, erklärte er weiter.

Nachdem sich Sara Nuro vor ein paar besonders hartnäckigen Spendensammlern gerettet hatte, reiste sie wieder ab in ihre neue Wahlheimat Berlin. Wenn die Schüler im nächsten Jahr wieder so erfolgreich im Spendensammeln sind, sei eine Rückkehr nach Ahrensburg nicht ausgeschlossen. Für viele junge Läufer dürfte das Zusatzmotivation genug sein.

 

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