Brandserie im Kreis Stormarn : Mit Video: Feuerteufel in Hammoor – Pferdehalter verzweifelt

Die Brandserie in Hammoor geht weiter.
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Die Brandserie in Hammoor geht weiter.

Nach einem halben Jahr Pause hat der Brandstifter erneut zugeschlagen. Der Landwirt und die Feuerwehr sind genervt.

shz.de von
05. Mai 2015, 14:50 Uhr

Hammoor | Das Stroh war eigentlich für seine Stuten gedacht, die mit ihren Fohlen noch im Stall stehen. Doch nach einem erneuten Feuer-Anschlag auf die Reserven von Pferdehalter Hans-Joachim Gerken ist es Asche. Die Nerven des Landwirts liegen blank. Zum fünften Mal haben unbekannte Feuerteufel sein Strohlager in Hammoor (Kreis Stormarn) in Brand gesetzt: „Wer was von mir will, soll mich ansprechen und hier nicht so einen Mist machen", sagt Gerken stinksauer, während hinter ihm sein Vorrat lodert. Auf den Kosten – mittlerweile um die 20.000 Euro – bleibt Gerken sitzen. Denn die Versicherung hat ihm bereits gekündigt.

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Auch die Feuerwehrleute, die erneut in der Nacht ausrücken mussten, sind genervt. Gemeindewehrführer Hans Kunde: „Das ist so unsinnig wie nur irgendwas. Wir helfen gerne, aber nicht bei sowas!“

Mit dem Feuer hat sich die Brandserie rund um den Ort erneut fortgesetzt. Nach einem halben Jahr Pause hat der Feuerteufel von Hammoor wieder zur Lunte gegriffen – und das, obwohl Gerken alle nur möglichen Vorkehrungen getroffen hatte: „Ich habe das Stroh extra hier hin gebracht, da es der abgelegenste Ort in der ganzen Gemeinde ist." Daher steht für die Feuerwehr fest, dass es sich nur um Brandstiftung handeln kann und eine Selbstentzündung absolut ausgeschlossen ist: „Das muss ein absoluter Insider gewesen sein, der sich hier auskennt", vermutet Amtswehrführer Hans Kunde.

Er und seine Kameraden konnten erneut nur tatenlos zusehen, wie 200 Strohballen in Flammen aufgingen und kontrolliert abgebrannt sind. Noch am Brandort nahm die Polizei die Spurensicherung auf. Trotz einer Sofortfahndung entkamen aber der oder die Täter unerkannt.

Im Kreis Stormarn kommt es immer wieder zu Ballen-Bränden. Eine Serie aus dem nahegelegenen Ahrensfelde wurde im vergangenen Jahr aufgeklärt. Was viele Anwohner schockierte: Ausgerechnet Feuerwehrleute waren für die Brände verantwortlich. Die Brandstifter waren vier Mitglieder der Ortswehr Ahrensfelde im Alter von 19 bis 21 Jahren. Die vier hatten später, weil sie ins Visier der Polizei geraten waren, einen 17- und einen 20-Jährigen angestiftet, für sie Feuer zu legen. „Es ging ihnen darum, früh am Brandort zu erscheinen und damit soziale Anerkennung und Achtung ihrer Kameraden zu erlangen“, sagte Ralf Lorenzen von der Ahrensburger Ermittlungsgruppe.

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