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Stormarner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 02:54 Uhr

Ahrensburg : Mit Schnitzeisen und Kettensäge

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Jessica von Leliwa zeigt Skulpturen und Objekte im Peter Rantzau Haus, die sie in acht Jahren Lehrzeit geschaffen hat.

von
erstellt am 04.Jan.2016 | 18:06 Uhr

Acht Jahre ist Jessica von Leliwa zwischen Duvenstedt und Tirol gependelt, um den Beruf der Bildhauerin zu erlernen. „Bäume haben mich schon immer fasziniert, und ich habe mich immer kreativ betätigt. Dass ich in der Lage bin, einem toten Stück Holz wieder Leben einzuhauchen, indem ich es in eine Skulptur verwandle, finde ich sehr reizvoll. Es gibt dem Baum eine neue Art von Wertschätzung“, sagt die Leiterin des Ahrensburger Waldkindergartens.

2003 hatte sie dort als Erzieherin angefangen und viel mit den Kindern geschnitzt und Kunstwerke aus Holz gebaut. „Ich hatte schnell das Bedürfnis, mich in diese Richtung weiter zu entwickeln“, sagt Jessica von Leliwa. Im Internet fand sie eine Schnitzschule im Lechtal, die Urlaubskurse anbot. „2006 verbrachte ich meinen Sommerurlaub dort und habe gemerkt, dass die Bildhauerei die perfekte Ergänzung zu meiner Arbeit mit den Kindern ist.“

Im Jahr darauf war sie wieder dort, um sich nach einer Ausbildung zur Bildhauerin zu erkundigen. Möglich war das ohne zeitliche Begrenzung mit 52 Wochenkursen sowie 20 Wochen Heimarbeit in ihrer kleinen Werkstatt. Im Januar 2008 begann sie die Ausbildung zum Holz- und Steinbildhauer.

„Von da an verbrachte ich jede freie Woche, die ich opfern konnte, in der Schnitzschule in Elbigenalp“, sagt Jessica von Leliwa. Besonders spannend fand sie es, „Skulpturen zu machen, die größer sind als ich. Mit der Kettensäge kann man ganz andere Dimensionen bewältigen als mit Knüppel und Schnitzeisen, wobei beides seinen Reiz hat.“

Die Bildhauerei empfand die Erzieherin zudem als „perfekte Ergänzung zu meiner Arbeit. Kinder sind unheimlich kreativ, wenn man ihnen die Möglichkeit und das Vertrauen dazu gibt.“

2009 gründete sie die „Schnitzkids“ im Ahrensburger Waldkindergarten. Mit der Gruppe von acht Kindern und Jugendlichen geht sie d alle zwei Wochen in den Hagener Forst. „Meine Aufgabe ist es, den Kids zu zeigen, wie man das Werkzeug benutzt. Die Ideen kommen meist von den Kindern selbst. Wenn ich am Ende ihre Werke sehe, erfüllt mich das mit Stolz.“

Nachdem sie 2010 die Leitung des Waldkindergartens übernommen hat, ist Jessica von Leliwa nur noch mit den Schnitzkids am Nachmittag und vertretungsweise mit den Kindergartenkindern in der Natur. „Aber meistens wird die Werkzeugkiste mitgenommen und geschnitzt, gesägt und gebaut.“

Acht Jahre lang war sie auch an Feiertagen wie Ostern für eine halbe Woche die knapp 900 Kilometer nach Tirol gefahren, um die 52 Wochen zusammenzubekommen. Im Oktober war es so weit. Die 35-Jährige wurde zur Prüfung vor der Wirtschaftskammer Österreich in Wien zugelassen, wo sie „mit gutem Erfolg“ bestand.

Skulpturen und Objekte, die Jessica von Leliwa in ihrer mehrjährigen Ausbildungszeit geschaffen hat, sind vom 9. Januar bis zum 24. März im Peter-Rantzau-Haus zu sehen. „Der Weg war das Ziel!“ hat sie ihre Ausstellung zu Gesellenprüfung genannt. Zu sehen sind montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr groß- und kleinformatige Arbeiten aus Holz und Stein. Die Vernissage findet am Samstag, 9. Januar, um 13 Uhr statt.

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