Mit Nützlingen gegen Schädlinge

Kreisgärtnermeister Reinhard Holzwart aus Treuholz inmitten seiner  Weihnachtssterne, die nicht mit Pflanzenschutzmitteln belastet sind.    Foto: gusick
Kreisgärtnermeister Reinhard Holzwart aus Treuholz inmitten seiner Weihnachtssterne, die nicht mit Pflanzenschutzmitteln belastet sind. Foto: gusick

Kreisgärtnermeister Reinhard Holzwart kritisiert Nabu-Behauptung zu den Weihnachtssternen scharf

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28. November 2012, 07:49 Uhr

Treuholz | Stormarns Gärtner und Gartenbaubetriebe sind empört über die Behauptung der Landesgeschäftsführerin des Naturschutzbundes (Nabu), Ina Walenda, dass viele Weihnachtssterne stark mit Pestiziden belasten seien. "Das ist unerhört und geschäftsschädigend sowie sachlich völlig falsch", betont Kreisgärtnermeister Reinhard Holzwart aus Treuholz, der auch Mitglied im Vorstand des Gartenbauverbandes Nord ist. Für die Weihnachtssterne gebe es mit der Mottenschildlaus, auch weiße Fliege genannt, nur einen wichtigen Schädling. "Wir haben in unserem Betrieb seit zwei Jahren keine weiße Fliege mehr. Wenn ein Befall festgestellt worden wäre, hätten wir Schlupfwespen eingesetzt", so Holzwart. Dann wäre der Schädling von einem Nützling bekämpft worden.

Der 55-jährige Gärtnermeister züchtet in seinen Betrieben in Treuholz und Glinde rund 3000 Weihnachtssterne pro Jahr, die hauptsächlich jetzt in der Adventszeit gekauft werden. "Es gibt ein Pflanzenschutzgesetz und wer dagegen verstößt, muss mit empfindlichen Geld- und Freiheitsstrafen rechnen", erläutert Holzwart. In vielen Betrieben seien in der Vergangenheit sogar Blatt- und Erdproben genommen worden und nach seinem Wissen wurden dabei keine groben Verstöße festgestellt. "Wir halten uns den ganzen Tag in den Gewächshäusern auf und schon aus Fürsorgepflicht unseren Mitarbeitern gegenüber werden wir alle gesetzlichen Bestimmungen einhalten", versichert der Treuholzer, der selbst bis zu vier Angestellte in seinem Betrieb beschäftigt. Die Kunden sind nach dem Bericht über belastete Weihnachtssterne vorsichtig geworden. "Bei uns kommen Kunden an und sagen Weihnachtssterne wollen wir nicht, sie sind vergiftet. Das liegt alles an der falschen Information", so Holzwart. In seinem Betrieb wird bereits im Juli mit der Weihnachtssternproduktion begonnen. Die Jungpflanzen dafür bekommt der Treuholzer Gärtnermeister, der den Betrieb 1984 übernommen hat, von deutschen Züchtern. Er selbst produziert dann rote, weiße, rosa- und zweifarbige Pflanzen, die überwiegend direkt vermarktet werden. "Der Kunde kann bei den Gartenbaubetrieben in Stormarn ganz beruhigt Weihnachtssterne kaufen, da auch andere Betriebe biologischen Pflanzenschutz einsetzen", betont Holzwart.

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