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Stormarner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 10:13 Uhr

Ahrensburg : Mit neuen Talenten in die Zukunft

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Nachwuchsschauspieler retten die neue Inszenierung der Niederdeutschen Bühne Ahrensburg. Die Hauptdarsteller sind schon seit 40 Jahren dabei.

shz.de von
erstellt am 31.Mär.2015 | 10:35 Uhr

Das Team der Niederdeutschen Bühne Ahrensburg atmet auf und die Stimmungslage geht aus Anspannung in Vorfreude über. Fast wäre zum ersten Mal eine eigene Erstaufführung kurzfristig abgesagt worden. Denn bis vor wenigen Wochen fehlten dem Team um Regisseur Hanspeter Isenberg zwei Darsteller. Und das ausgerechnet in seinem eigenen Jubiläumsjahr. Seit 25 Jahren ist er bei der Stormarner Speeldeel aktiv. Doch so etwas hatte er auch noch nicht erlebt. „Es war knapp und hätten wir sie nicht gefunden, wäre es wohl nichts mehr geworden“, sagt Isenberg erleichtert. Doch nun ist das Ensemble in letzter Sekunde zusammengestellt worden und „Nee, sünd wi glücklich“ kann am 23. April im Saal der Selma-Lagerlöf Schule seine Premiere feiern.

Das freut alle beteiligten Laiendarsteller, aber vor allem auch Isenberg, der die Komödie von Curth Flatow aus dem Hochdeutschen ins Niederdeutsche übertragen hat. Seit über einem Jahr arbeitet er an der Inszenierung. Schon beim Verfassen des Skripts hatte er bestimmte Personen im Kopf. So war ihm klar, dass er Holger Meincke gerne in der Hauptrolle des Fernsehschauspielers Victor Sanden sehen wollte. Meincke ist so etwas wie das Urgestein unter den aktiven Darstellern und nach Aussage seiner Bühnenkollegen „sehr wandelbar“. Seit 40 Jahren ist er bei den Stücken der Ahrensburger dabei. 36 unterschiedliche Rollen hat er in dieser Zeitspanne übernommen. Eine Herausforderung sei jede einzelne immer wieder. „Wenn mich der Charakter nicht interessiert hätte, hätte ich nicht zugesagt“, so Meincke.

In Sachen Erfahrung steht der 18-jährige Jonas Weirauch aus Großhansdorf komplett am anderen Ende der Skala. Für ihn ist die Rolle des Provinz-Paparazzi Günter Rode nicht nur seine erste Rolle in einem niederdeutschen Stück, sondern seine erste Schauspielerfahrung überhaupt. „In der Zeitung stand, dass noch Schauspieler gesucht werden. Das hat mir jemand angekreuzt und auf meinen Platz gelegt. Dann habe ich mich gemeldet und die Proben fingen direkt an. Es gab sogar noch einen Mitbewerber für die Rolle, das wusste ich gar nicht“, erzählt der Nachwuchsschauspieler. Glück beim Einstieg auf den Brettern, die die Welt bedeuten, hat er insofern, dass seine Rolle die einzige ist, die hochdeutsch sprechen darf. Isenberg ist sehr zufrieden mit dem kurzfristig engagierten Talent. „Er macht das wirklich gut.“

Jonas selbst findet immer mehr Gefallen an seinem neuen Hobby. „Es ist wirklich eine gute neue Erfahrung. Ich kann mir vorstellen das öfter zu machen“, gibt er zu Protokoll. Auch die Tochter des Protagonisten musste enorm kurzfristig besetzt werden. Diesen Part übernimmt Lea Holbeck. Die Schülerin der Stormarnschule bringt allerdings schon Schauspielerfahrung vom „Jungen Theater Hoisdorf“ mit. Zusammen bringen sie nun die Geschichte rund um das Fernseh-Schauspieler-Ehepaar Victor und Vilma Sanden auf die Bühne, das im Privatleben längst nicht so ein Vorzeigepaar ist, wie in der Serie.

Eine Kombination, die natürlich für einige Verwicklungen sorgt, vor allem weil die von Holbeck gespielte Serientochter zugleich die Geliebte des Hauptdarstellers ist. Bei allem Humor möchte Regisseur Isenberg aber auch den einzelnen Charakteren eine gewisse individuelle Tiefe verleihen. „Es sind spannende Figuren jeder für sich und in der Kombination“, erklärt Isenberg, dass die Inszenierung keineswegs vom Klamauk lebe, wie es dem niederdeutschen Theater oft vorgeworfen wird.

Nun hoffen alle Beteiligten, dass die Aufführungen ein Erfolg werden und im Schnitt mindestens 120 Besucher kommen, um finanziell keinen Verlust zu machen. Allgemein zeige die Tendenz trotz aller Vorfreude nämlich weiter nach unten. „Es ist ein langsamer aber stetiger Rückgang der Besucherzahlen. Die Alten kommen irgendwann nicht mehr oder sterben leider und junge Leute kommen kaum nach“, so Isenberg. Mit verstärkt jungen Talenten auf der Bühne – wie Jonas Weirauch, Johanna Friedrichsen und Lea Holbeck – bestehe aber die Hoffnung, dass auch das Interesse bei jüngeren Zuschauern wieder wachse oder zumindest auch im Team selbst für Nachwuchs gesorgt ist.


Die Aufführungen: 23. und 24. April sowie 8. Mai im Alfred Rust Saal. Jeweils 20 Uhr. Eintritt: 7 bis 12 Euro. Vorverkauf beim Markt Bargteheide und Ahrensburg. Restkarten an der Abendkasse.


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