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Stormarner Tageblatt

24. Oktober 2017 | 01:22 Uhr

Ahrensburg : Mit Gutachten gegen Mega-Mauern

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Schlossstadt wehrt sich gegen sechs Meter hohe Schallschutzwände mitten in der Innenstadt.

von
erstellt am 13.Feb.2017 | 06:00 Uhr

Die Schlossstadt versucht, den Bau von sechs Meter hohen Lärmschutzwänden in der City noch irgendwie abzuwenden. Um „negative Auswirkungen auf die historisch-barocken Stadtstruktur und deren Sichtachsen“ zu verhindern, sollen in einer gemeinsamen Sitzung von Umwelt- sowie der Bau- und Planungsausschuss Untersuchungen und Studien zu alternativen Lösungen auf den Weg gebracht werden. In der Sitzung am Mittwoch, 15. Februar , um 19 Uhr im Peter-Rantzau-Haus werden Vertreter der Bahn die geplanten Lärmschutzmaßnahmen vorstellen.

„Die Freihaltung der Innenstadt von hohen Lärmschutzwänden hat höchste Priorität“ heißt es in der Vorlage. Ein Ingenieurbüro soll mögliche technische Lösungen aufzeigen. Zudem soll in einer Machbarkeitsstudie das Tieferlegen der Gleise unter die Lupe genommen werden. Eine weitere Untersuchung soll es zu den Auswirkungen der hohen Wände auf den Handel in der südlichen Innenstadt geben. Zudem soll ein Fachanwalt gesucht werden, der die Stadt in Sachen Lärmschutz berät.

Es sollte zwar so gerechnet werden, dass Lärmschutzwände minimiert werden. Unter dem Strich kamen aber drei bis sechs Meter hohe Wände vom Braunen Hirsch bis zum Gewerbegebiet Beimoor-Nord raus. Nicht überall beidseitig, aber entlang der Hamburger Straße bis zum Bahnhof sechs Meter auf der Westseite, auf der Ostseite auch mal nur drei oder vier Meter. In der Innenstadt und im Bereich Fannyhöh/Kastanienalle sind beidseitig sechs Meter hohe Wände geboten, um die Lärmschutzwerte einzuhalten. Ebenso im Gartenholz (Westseite). Bis Delingsdorf und im Bereich des Gewerbegebiets reichen drei Meter.

Einzige bisher vorliegende Kompromissvorschläge: Im Auetal könnte eine niedrigere Wand reichen, und an Hagener und Manhagener Allee könnten die Wände transparent sein, um die Sichtachsen zu erhalten.

Die Ingenieure haben auch niedrige, nur 0,75 Meter hohe Schutzwände direkt an den Gleisen durchgerechnet – und als ungeeignet beurteilt. Bauamtsleiter Peter Kania glaubt trotzdem, dass es andere Möglichkeiten gibt: „Man könnte das auch mit passivem Lärmschutz hinbekommen. Das wäre natürlich wesentlich teurer.“ Auch die schon vor Jahren von Bürgermeister Sarach angeregte Trog-Lösung – das Tieferlegen der Gleise – wäre technisch durchaus machbar, aber sehr teuer. Das Geld kann nach Kanias Meinung aber nicht der alles entscheidende Punkt sein.

Dass der Bereich zwischen Stormarnstraße und Marstall mit Städtebauförderungsmitteln aufgehübscht werden soll, steht den sechs Meter hohen Wänden zumindest juristisch nicht entgegen: Das Sanierungsgebiet endet direkt vor den Gleisen.

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