Mit der Kuh auf Du und Du

Melken will gelernt sein - zum Glück gibts zum Üben die Kuhattrappe.  Foto: Schlüter-hürdler
Melken will gelernt sein - zum Glück gibts zum Üben die Kuhattrappe. Foto: Schlüter-hürdler

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21. Mai 2010, 06:47 Uhr

Klein Wesenberg | Haben alle Kühe so dicke Euter? Darf ich auch mal die Melkmaschine anfassen? Wie viele Kälbchen gibt es hier? Darf man die Kuh auch streicheln oder beißt sie? Warum haben die Kühe so gelbe Schilder am Ohr? Diese und viele, viele andere Fragen stellten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 1a und 1e der Oldesloer Schule am Masurenweg bei ihrem spannenden Rundgang auf Hof Hochstein in Klein Wesenberg. Landwirtin Petra Hochstein beantwortete alle Fragen geduldig, zeigte den Erstklässlern den Kuhstall, die Melkanlage, den Kälberstand und bereitete mit ihnen Butter in der großen Scheune zu. Dort konnten die Schüler auch an Holzkuh Berta ausprobieren, wie man mit der Hand melkt.

"Gar nicht so einfach, da was rauszukriegen", waren sich die Jungen und Mädchen einig. In der Melkkammer, in der die Kühe täglich den Tank mit 3300 Liter Milch füllen, durften die Gäste den Finger in die Sauger der Melkmaschine stecken. Das kribbelte ganz ordentlich und brachte die Kinder zum Lachen. "Die Begegnung mit Tieren ist Balsam für die Seelen der Kinder", ist sich Lehrerin Marlies Beier sicher. Viele Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten entspannen sich und haben ein Erfolgserlebnis, wenn ein Tier zu ihnen Vertrauen fasst, weiß die erfahrene Pädagogin. "Die Kinder sind wirklich begeistert", freute sich auch Lehrerin Heidrun Petzinna über die strahlenden Kinderaugen. Besonders das Füttern der Milchkühe machte ihnen viel Freude. Zuerst liefen sie aufgeregt auf den Stall zu, so dass die Jungkühe erschrocken zurückwichen. Dann aber wurden ihre Bewegungen bedachter, und die Kühe fraßen den Kindern aus der Hand oder leckten mit der rauen Zunge. Das kribbelte so schön.

Vor zwei Jahren war schon einmal eine dritte Klasse der Masurenwegschule bei Petra und Henning Hochstein auf dem Hof mit seinen rund 40 bis 50 Milchkühen und 70 Kälbern zu Besuch. Damals nahmen die Kinder im Rahmen des Zisch-Projektes des Stormarner Tageblattes an dem Ausflug teil und berichteten später in der Zeitung über ihre Erlebnisse. Das Landwirt-Ehepaar Hofstein beteiligt sich an dem Projekt "Schulklassen auf dem Bauernhof - Lernen durch Erleben" der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Hier erfahren die Grundschüler, wie die Arbeit auf einem Bauernhof konkret aussieht, wie die Tiere leben und welchen Produktionsweg die Nahrungsmittel vom Hof bis auf den Teller zurücklegen. Mit allen Sinnen begreifen - so das Motto des Projektes. Petra Hochstein erklärte den zwei ersten Klassen den Weg von der Kuh bis in die Milchtüte. Sie hatte Quarkbrötchen gebacken, die diese mit der selbst geschüttelten Butter bestreichen durften.

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