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Ahrensburg : „Mit dem Tod vor Augen kann man noch Spaß haben“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Hospizverein lädt zu „Musik und Lesung“ mit Texten des verstorbenen Journalisten Albert de Lange ein.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2015 | 14:16 Uhr

„Stur rauchend und feierlich trinkend bin ich lange fit und stark geblieben“. Ehrlich, klar und direkt beschreibt Albert de Lange seine letzten Monate. Distanziert, locker und lakonisch – sagt er selbst, sei seine Ausdrucksweise, mit der er in Zeitungskolumnen über sein Leben erzählt, dessen Tage gezählt waren.

Albert de Lange, Journalist bei der niederländischen Tageszeitung „Het Parool“ ist im April 2015 gestorben. Seine Kolumnen sind Thema der diesjährigen „Musik und Lesung“ des Hospizvereins Ahrensburg. Der Schauspieler Frank Roder liest die Texte von Albert de Lange, die Sängerin Fabiola Saccomanno und der Pianist und Komponist Matthias Weiher ergänzen mit ihrer Musik. Der Hospizverein lädt zu einem spannenden Abend am Sonntag, 1. November um 18 Uhr in die Denkmalturnhalle der Stormarnschule (Waldstr. 14) in Ahrensburg. Der Eintritt ist frei.

Im Oktober 2014 erhielt Albert de Lange eine Krebs-Diagnose. In einer Art Tagebuch schreibt er über das Leben danach: „Man kann mit dem Tod vor Augen noch ziemlich viel Spaß haben, obwohl man sich als Patient schon etwas anstrengen muss“.

Der Schauspieler Frank Roder gibt Albert de Lange in der Denkmalturnhalle Stimme. Vermeintlich lässig und leicht, mit Galgenhumor, locker und ironisch setzt sich de Lange mit seinem Alltag, mit Wut und Lebenslust und vielem mehr auseinander: „Eigentlich bist du der ideale Patient für die Sterbehilfe“, aber „es ist wichtig, die Lust am Leben zu behalten“.

Frank Roder spricht die Texte, die zum Lachen reizen, das Lachen aber zugleich im Halse stecken lassen, die berühren und nachdenklich machen. Roder lebt als Schauspieler in Hamburg. Er ist bekannt durch zahlreiche Fernsehfilme, als Mitglied des Hamburger Theaterschiff-Ensembles, als Solokünstler und vielem mehr.

Die Sängerin Fabiola Saccomanno und der Pianist Matthias Weiher begleiten, ergänzen, transportieren mit ihrer Musik die Stimmung der Texte, geben Raum zum Nachdenken und fordern auch heraus, setzen Kontrapunkte zu Albert de Langes Worten.

Die italienische Sängerin Fabiola Saccomanna, ausgebildet in Gesang und Schauspiel, hat an in verschiedenen Musicalproduktionen mitgewirkt („Tommy“, „Starclub” u.a.), war mit den Golden Gospel Pearls (USA) auf Europatournee und arbeitet als Backing-Voice für internationale Acts (Sarah Connor, Michael Jackson, Coolio etc.). Sie ist Preisträgerin der Jazzfestivals von Krakau.

Matthias Weiher hat Musiktheorie an der Hochschule für Musik in Hamburg studiert und ist als freischaffender Komponist und Pianist in verschiedensten Genres tätig: Auftragsarbeiten für Filme, Hörbuchproduktionen, Bühnenmusiken und Musicals. Sein besonderes Interesse gilt der Verbindung von Literatur und Musik, wie in den Programmen „Weiße Nächte“ (Dostojewskij), „Nächstes Jahr in Jerusalem“ (Kaminski). Als Pianist des Mood Indigo Acoustic Trios und anderer Besetzungen ist Weiher zu Gast auf Bühnen im In- und Ausland.



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