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Stormarner Tageblatt

24. Oktober 2017 | 08:53 Uhr

Mit dem Tauf-Hit auf die große Bühne

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Wie ein Tiger im Käfig wanderte Tim Linde im Backstagebereich des Kleinen Theaters auf und ab. „Ist es richtig schön voll?“, fragte er. „Wir sind sowas von bereit – wie spät ist es? Oh, noch fünf Minuten. Ich will da jetzt raus“, fügte er direkt an. Gemeinsam mit seinen Musikern und den drei Backgroundsängerinnen wurde in der Umkleide noch schnell ein Kreis gebildet, sich eingeschworen und dann ging es los. Mehr als 300 Gäste waren in den damit ausverkauften Saal des Bargteheider Theaters gekommen. Sie alle waren aus ganz Norddeutschland angereist, um Tim Linde das erste Mal seit seinem Überraschungshit „Wasser unterm Kiel“ mit Band live zu erleben. Mit „Eindruck schinden“, der zweiten Single von seinem vor einer Woche erschienen Album „Menschenverstand“, legte Tim Linde los. Die Chemie stimmte – nicht nur in Lindes Band, sondern auch zwischen ihm und seinen Fans. Selten ist bei einem Debüt-Konzert die Stimmung vom ersten Titel an so gut. Hatte man kurz vor dem Beginn hier und da gehört, dass manche Zuhörer nicht nur gespannt, sondern durchaus auch etwas skeptisch waren, wie die Titel vom Album mit Liveband funktionieren würden, waren diese Zweifel direkt nach den ersten Takten wie weggeblasen.

Davon, dass der Songschreiber und die Band sich in dieser Formation erst seit vier Wochen kennen, war nichts zu merken. Alles wirkte perfekt eingespielt. Linde selbst packten die Euphorie und das Adrenalin. Immer wieder rannte er mit der Gitarre von der linken zur rechten Bühnenseite, animierte das Publikum erfolgreich zum Mitmachen. „Wenn euer Kind mit sowas vom Kiefernorthopäden nach Hause kommt, wisst ihr, dass es verloren hat“, witzelte er, als er sich vor „Wasser unterm Kiel“ das Haltegestell für die Mundharmonika umschnallte. In weiteren Moderationen erzählte er von den Geschichten hinter seinen zum Teil nachdenklichen Texten und reicherte so den Abend mit Anekdoten an. Musikalisch lief alles fast schon verwunderlich rund. „Ich muss mich einfach bei dieser tollen Band bedanken. Ohne diese Profis wäre das alles nicht möglich. Michael Krüger am Bass ist ja sogar der, der an dem allen hier Schuld ist“, sagte Linde. Krüger war es, der mit dem Sänger ins Studio gegangen war, um das eigentlich nur für eine Taufe geschriebene „Wasser unterm Kiel“ professionell aufzunehmen. Ab diesem Punkt hatte die Geschichte Fahrt aufgenommen.

Im hinteren Bereich des Saals stand sein sichtlich stolzer Produzent Rene Münzer aus Oldesloe. „Tim macht es wirklich großartig. Es passt alles. Ich bin begeistert“, so Münzer. Die Energie vom Publikum schwappte immer wieder auf die Bühne und umgekehrt. Deutlich war so zu erkennen, wie viel Spaß die Band hatte, die sich nach dem Gig selbst erstaunt zeigte, welche Entertainerqualitäten Linde auf der Bühne unter Beweis gestellt hatte.

Nach der Zugabe „Schlaflied“ gab Linde noch lange Autogramme und beantwortete Fragen der Fans, während sein CD- und T-Shirt-Stand umlagert wurde.

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