Mit dem Staubsauger in der Fissauer Bucht

Von einem Boot aus saugte das THW mit einer Pumpe den Anleger frei.
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Von einem Boot aus saugte das THW mit einer Pumpe den Anleger frei.

Sand- und Schlammschicht wurde zur Gefahr für Ausflugsschiff am Anleger beim Schwimmbad

shz.de von
05. Juni 2014, 18:23 Uhr

Ein schwerer Maschinenschaden hätte die Folge sein können: Sand und Schlamm in der Fissauer Bucht sind zu einer Gefahr für die „Freischütz“, das Ausflugsschiff der Eutiner Seerundfahrt, geworden. Gestern alarmierte
das Unternehmen das Technische Hilfswerk (THW), da der Anleger am Schwimmbad zu verlanden drohte.

Nicht, dass das Schiff auf Grund laufen könnte, war das Problem: „Das dort angesammelte Sediment wurde von den Schiffspumpen angesaugt“, sagte gestern Schiffsführer Burghard Joedicke. Das Schiff nutzt Wasser zum Kühlen des Motors – setzt sich die Pumpe zu, fällt die Kühlung aus und der Motor würde überhitzen. Bereits im vergangenen Jahr war das passiert, erinnert sich Joedicke. Doch vom Schlick am Anleger ahnte damals niemand etwas; der Motorausfall wurde einem technischen Defekt zugeschrieben.

THW-Zugführer Wolf Koch (kl. Foto) und 14 seiner Männer vom Ortsverband Eutin rückten gestern Nachmittag mit einer fahrbaren Motor-Pumpe und einem Boot an. Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) hatte den Männern offiziell den Auftrag erteilt, die Gefahrenstelle zu beheben. Wie mit einem Staubsauger arbeiteten sich die THW-Männer über den etwa zwei Meter tiefen Seegrund. Über die Pumpe – eine Leihgabe des LKN – wurde der Schlamm abgesaugt und in einem etwas weiter abgelegenen Uferbereich wieder aufgespült.

Wie die Untiefe am Anleger entstand, war gestern noch unklar. Möglich seien Strömungen der Schwentine oder von den Anlegemanövern des Schiffs, so Wolf Koch.

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