Mit Buntem dem Regen getrotzt

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Kunsthandwerker, Musiker und Besucher ließen sich bei "Gänseliesels Frühlingsmarkt" vom Oldesloer Schmuddelwetter nicht abschrecken.

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09. März 2009, 10:59 Uhr

Bad Oldesloe | "Bad Oldesloe ist immer ein besonderes und etwas schwieriges Pflaster", sagt Elke Baum. Die Veranstalterin des traditionellen "Gänseliesels Frühlingsmarkt" spricht aus einer fast 30-jährigen Berufserfahrung als Inhaberin einer Agentur für Kunsthandwerkermärkte. Seit zehn Jahren organisiert Elke Baum nun schon den beliebten Oldesloer Kunsthandwerkermarkt rund um den Gänselieselbrunnen und hat hier alle Höhen und Tiefen sowie Wetterkapriolen mitgemacht. Vor drei Jahren versank der Markt im tiefen Neuschnee, ein Jahr später wütete ein Sturm und ließ sogar einen Töpferstand zusammenbrechen. Aber es gab auch schon "passendes, warmes Frühlingswetter", erinnert sich die gelernte Kauffrau aus Trittau. Am vergangenen Wochenende herrschte wieder mal das typisch norddeutsche Schmuddelwetter, doch davon ließen sich die vielen Marktbesucher kaum beeindrucken. "Dieser Markt hat seine Fans. Die Oldesloer sind ein treues Publikum", lobt die 63-Jährige, dennoch schreibe sie hier rote Zahlen. "Die Kosten sind hier nicht zu erwirtschaften", klagt die Kauffrau. Das liege nicht an mangelnder Kaufkraft oder -lust der Oldesloer, sondern an den Bands, die sie engagiere. Die seien über die Grenzen Norddeutschlands bekannt, sorgten auf dem Marktplatz für gute Stimmung und kosteten eben. So ist Blueslegende Abi Wallenstein Stammgast auf den Gänselieselmärkten, diesmal war es die renommierte Folkband "Glenfiddle" aus dem Lübecker Raum, die am gestrigen Nachmittag aufspielte. "Der Oldesloer Markt braucht Musik, denn er ist immer der erste Open-Air-Markt im Jahr, den ich organisiere", so Elke Baum.

Der Großteil der Stände war allerdings im Stadthaus und im Historischen Rathaus untergebracht. "Trotzdem ein bisschen kalt hier", fand Barbara Illig, die mit ihrem Ostereierstand gleich hinter der großen Eingangstür des Historischen Rathauses saß. Doch die pensionierte Lehrerin ließ sich von der kalten Zugluft nicht beeindrucken und gravierte in die gefärbte Hühner- und Enteneier schöne Muster, Sprüche und kleine Gedichte. In der Kreisstadt war die Hamburgerin zum ersten Mal zu Gast. Viele Leute guckten zwar, aber nur wenige kauften, so die Hobbykünstlerin, die bereits ab Weihnachten ihre Ostereier verziert. Reißenden Absatz machte dagegen die beliebte mittelalterliche Bäckerei auf dem Marktplatz, die dampfende Brote und andere leckere Spezialitäten aus dem Holzkohlenbackofen verkaufte. Wunderschöne Blütengestecke bot Margret Wege aus Wedel an. Christiane Meier kaufte ihr ein Deko-Ei samt Blüten und Teelicht ab. "Dieser Markt ist wirklich schön. Ich komme jedes Jahr gerne hierher und finde immer etwas", so die Besucherin.

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