Ministerbesuch auf der Baustelle

Reinhard Meyer freut sich, die Arbeiten auf der A 1 kommen gut voran – 60 Prozent in Richtung Hamburg seien bereits fertig

shz.de von
06. Juni 2014, 17:56 Uhr

Seit März arbeitet Werner Rösch (61) auf der Großbaustelle auf der A 1. „Die Arbeiten gehen gut voran“, sagt der Maschinist aus dem Kreis Salzwedel. Er ist gerade dabei, die Frostschutzschicht mit seinem Walzenzug auf der linken Fahrbahnhälfte in Richtung Hamburg vorzubereiten. Er ist einer der 89 Arbeiter, die noch bis Dezember auf dem 6,5 Kilometer langen Teilstück zwischen Reinfeld und Bad Oldesloe für eine neue Betondecke sorgen. Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) kommt mit ihm und anderen Bauarbeitern ins Gespräch, erkundigt sich nach dem aktuellen Stand der Arbeiten.

Fast wie auf einem Ameisenhaufen geht es auf der Strecke zu: Laster transportieren Beton, Spezialmaschinen besprühen die Fahrbahn, wieder andere tragen den Berg aus geschreddertem, alten Material auf dem Bauplatz bei Meddewade ab. 14 vierachsige Lastwagen und 18 Schlepper sind ununterbrochen im Einsatz. Nachts, so Projektleiter Werner Fritsche, werde nicht gearbeitet – vor allem, weil man ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn wünsche und auch nicht so effektiv gearbeitet werden könne. Sonntags ruhen die Bauarbeiten.

Die Firma Alpine Bau hatte vor einem Jahr den Zuschlag bekommen. Die Baustelle war für viel Geld schon eingerichtet worden, dann kam die Alpine Insolvenz. In einer zweiten Ausschreibung setzt sich Betam durch. Für das Unternehmen ist es zurzeit das größte Bauprojekt. „Eine logistische aber machbare Herausforderung, die im Dezember schon abgeschlossen sein soll“, sagt Gesellschafter Roland Müller. Und man sei wirklich gut davor, betont auch Jens Sommerburg, Chef des Straßenbauamts. In zwei bis drei Wochen solle bereits der Betonbelag auf beide Fahrbahnen aufgetragen werden, bevor die Baustelle ab August auf die andere Seite verlegt werde. „60 Prozent in Richtung Hamburg haben wir bereits geschafft“, so der Projektleiter.

Nach der Abtragung der alten, maroden Betonschicht, die teilweise aus dem Jahr 1937, teilweise aus den späten 60er Jahren stammt und auf dem Mischplatz recycelt wird, wurden umfangreiche Entwässerungsarbeiten ausgeführt. Parallel dazu wurde der Boden ausgehoben und neu aufgebaut sowie die Brücken abgesichert. Es folgte die erste Tragschicht aus recycelten Beton. Zum Abschluss wird die neue Decke mit hochwertigem, neuem Material geschüttet. „Dann müssen noch Fugen geschnitten und 22 Kilometer Schutzplanken montiert werden, bevor es wieder freie Fahrt gibt“, erklärt Sommerburg. 23 Millionen Euro investiert das Land in das „Paradeprojekt“.

Minister Reinhard Meyer betont, wie wichtig die Erneuerung der A 1 für die Infrastruktur und den Tourismus sei. Damit sich gerade in der Urlaubszeit keine allzu langen Staus bilden, würden immer vier offene Fahrspuren garantiert, alle Auffahrten seien nutzbar. „Wir tun unser Möglichstes, dass der Verkehr fließt“, so Meyer. Es sei eine harte Geduldsprobe für die Menschen, aber es lohne sich. Nach Abschluss der Arbeiten zwischen Reinfeld und Bad Oldesloe plant das Land 2015 die Sanierung zwischen Lübeck-Zentrum und dem Kreuz Lübeck.

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