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Bad Oldesloe : Minimax: Ein neues Werk in Wittenberge

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

30 bis 40 Millionen Euro werden in die Stahlrohr-Produktion investiert.

Ist nach 2017 Schluss mit der Rohrproduktion bei Minimax in Bad Oldesloe, weil in Wittenberge ein neues Werk gebaut wird und sollen Mitarbeiter nach Brandenburg wechseln? Mitnichten, sagt Sprecherin Angela Obermaier: „Es handelt sich um ein zusätzliches Werk, das auch nicht unter den Namen Minimax, sondern unter MV Pipe Technology firmieren wird.“

MV steht für Minimax Viking, MV Pipe Technology ist eine GmbH, die eigens für den Standort Wittenberge gegründet wurde und eines von mittlerweile 70 Unternehmen der Gruppe. Bereits 2007 hatte Minimax die US-Firma CFP gekauft, 2009 schlossen sich das deutsche und das amerikanische Brandschutzunternehmen zusammen. Seit 2006 hat sich der Umsatz auf rund 1,3 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Weltweit beschäftigt die Gruppe mehr als 8000 Mitarbeiter. Damit zählt der Konzern zu den größten Brandschutzunternehmen der Welt. Hauptsitz ist mit der Zentrale, den internationalen Einheiten und Anlagenbau Bad Oldesloe mit rund 850 Mitarbeitern. Weil es in der Kreisstadt keinen Platz mehr gab, war vor einigen Jahren bereits der Servicebereich für Norddeutschland nach Reinfeld ausgelagert worden.

30 bis 40 Millionen Euro investiert Minimax Viking in Wittenberge. Ab 2017 sollen dort in einem neuen Verfahren Stahlrohre gefertigt werden, die mit einer speziellen Oberflächenveredelung beschichtet werden. Wärme und Strom für das Werk sollen aus zwei BHKW mit kommen. In der Startphase werden es vermutlich 60 Mitarbeiter sein, geplant sind 100. Die geplante Produktionsleistung beträgt 15  000 Tonnen pro Jahr.

Wittenberge ist eine amtsfreie Stadt im Nordwesten Brandenburgs und liegt am Nordufer der Elbe, südlich von Ludwigslust, westlich des A  24-Dreiecks Wittstock/Dosse. Von dort ist eine Verlängerung der A  14 bis Wittenberge geplant – mit rund 17  000 Einwohnern der bevölkerungsreichste Ort in der Prignitz. 1989 hatte die Stadt aber noch knapp 28  000 Einwohner. Das Nähmaschinenwerk, in dem bis 1945 die Singer-Nähmaschinen hergestellt wurden und das in den 80er Jahren 3200 Mitarbeiter hatte, wurde ebenso geschlossen wie das VEB Zellstoffwerk und die Ölmühle geschlossen. Von Großbetrieben blieb nur das Reichsbahnausbesserungswerk als Instandhaltungswerk der Deutschen Bahn AG erhalten. Heute ist Wittenberge Teil eines geförderten Regionalen Wachstumskerns in Brandenburg.

Unweit von Wittenberge, in Neuruppin an der A  24 zwischen Wittstock/Dosse und Berlin, hatte Minimax ab 1905 seine Feuerlöscher produziert. Nach 1945 wurden dort die Feuerlöscher für die DDR und später auch für die CSSR hergestellt. In den 1980er Jahren arbeiteten fast 800 Menschen da.

 

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erstellt am 09.Feb.2015 | 06:15 Uhr

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