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Stormarner Tageblatt

14. Dezember 2017 | 05:56 Uhr

Bad Oldesloe : Millionenverluste beim Hallenbad

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Knapp anderthalb Jahre nach der Wiedereröffnung läuft das Trave Bad in Bad Oldesloe alles andere als rund.

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erstellt am 24.Jun.2016 | 14:59 Uhr

„Wir haben immer noch Probleme mit der Technik“, musste Stadtwerke-Chef Jürgen Fahl jetzt im Hauptausschuss einräumen. Davon merken die Besucher nichts, das hat auch keine negative Auswirkungen auf die Wasserqualität, aber es schlägt sich im Energieverbrauch nieder und das rächt sich mit hohen Kosten. „Das Potenzial ist noch nicht ausgereizt“, sagt Jürgen Fahl: „Die Badewasserfirma ist insolvent, das Architekturbüro nicht das beste. Die Situation ist extrem unbefriedigend.“

Das Hallenbad hat einen Verlust von 1,5 Millionen Euro im vergangenen Jahr eingefahren – fast eine halbe Million Euro mehr als 2014. Pro Besucher wird ein Defizit von 13,94 Euro gemacht. Doch nicht nur die Technik macht Probleme, auch das Finanzamt. Bei einer Betriebsprüfung wurden die Gebühren für das Schulschwimmen als zu niedrig kritisiert. Weil es sich um eine verdeckte Gewinnausschüttung handeln könnte, wurden 102  000 Euro zurückgestellt. Dieses Problem ließe sich jedoch relativ einfach lösen. Höhere Bahnpreise könnten durch ein höheres Schulbudget kompensiert werden. Darin scheinen sich alle Fraktionen einig zu sein.

Schon die Umbauphase verlief nicht wirklich glücklich. „Wir sind mal bei 4,5 Millionen gestartet und letztlich beim Doppelten gelandet“, merkte CDU-Fraktions-Chef Horst Möller an. Er regte deshalb eine gründliche Aufarbeitung an, „um aus dem einen oder anderen zu lernen, was schief gelaufen ist“. Doch der Vorschlag stieß nicht mal in den eigenen Reihen auf ungeteilte Zustimmung. Uwe Rädisch sprach sich strikt dagegen aus. „Da ist schon 1973 stringent gemurkst worden. Die Ursachen liegen gar nicht in der aktuelle Sanierung.“ Matthias Rohde findet: „Wir sind es dem Bürger schuldig, die Arbeit kritisch zu hinterfragen.“

Die Diskussion ging hin und her. Als kleinster gemeinsamer Nenner blieb nur ein Auftrag an den Bauausschuss, sich doch mal mit entsprechenden Leitlinien des Rechnungshofs zu beschäftigen. Da sicher noch der eine oder andere Kindergarten gebaut werden müsse, könnten die dabei eventuell hilfreich sein.

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