Bad Oldesloe : Millionen für neues Wasserwerk

Abteilungsleiter Christian Meusel erklärt die elektronischen Sensoren, mit denen das Trinkwasser ständig kontrolliert wird.
Abteilungsleiter Christian Meusel erklärt die elektronischen Sensoren, mit denen das Trinkwasser ständig kontrolliert wird.

Die Stadtwerke investieren in moderne, stromsparende Technik. Anfang Juni ist in der Anlage am Schwarzendamm ein Tag der offenen Tür geplant.

Andreas Olbertz. von
29. Mai 2015, 06:00 Uhr

„Vielleicht muss ich ja noch mal ein Wasserwerk bauen.“ Christian Meusel, Abteilungsleiter Gas-, Wasserversorgung bei den Stadtwerken, ist zu Scherzen aufgelegt. Soeben hat er den Neubau am Schwarzendamm abgeschlossen – für die nächsten 30 bis 35 Jahre soll Ruhe sein.

2,8 Millionen Euro haben die Stadtwerke investiert. Schrittweise wurde alles erneuert. „Wir haben bei den Pumpen angefangen“, erklärt der Experte. Vor allem moderne Pumpen in Kombination mit intelligenter Steuerungselektronik führen zu einem Viertel an Stromeinsparung pro produziertem Kubikmeter Wasser. Ein Großteil der Energie wird über eine Solaranlage gewonnen. Das Oldesloer Wasserwerk am Schwarzendamm – das mittlerweile dritte an dem Standort, hat eine Genehmigung, bis zu zwei Millionen Kubikmeter Wasser jährlich zu fördern. Tatsächlich sind es aber nur 1,75 Millionen. „Wir haben hier schon so gebaut, dass noch Luft nach oben ist“, versichert Meusel. Das Wasser habe, wenn es aus einem der vier Brunnen gefördert werde, schon sehr gute Qualität. Lediglich Eisen und Mangan müssten herausgefiltert werden. Dafür bedarf es keines Chlors oder anderer Chemikalien. Das Wasser werde lediglich mit Sauerstoff angereichert, was zur Flockenbildung der unerwünschten Stoffe führe. In riesigen Sandfiltern werden diese Schwebeteilchen herausgefiltert – das war’s. Ständig werden ph-Wert, Trübung und weitere Parameter kontrolliert. Zusätzlich schaut das Gesundheitsamt regelmäßig zu unangemeldeten Kontrollen vorbei. Das Oldesloer Wasser hat 2,0 Millimol Gesamthärte, was der 11,4 Grad Härte entspricht.

Vom Schwarzendamm aus werden 7000 Haushalte mit Trinkwasser versorgt – von Travenbrück bis Rümpel und Grabau. Pumpen, über das Stadtgebiet verteilt, sorgen dafür, dass überall ein Druck von etwa sechs bar herrscht. 120 Liter verbraucht der Durchschnittsdeutsche täglich. Der höchste Verbrauch ist morgens – vermutlich zum Duschen. Ein markantes Ereignis ist Christian Meusel noch in guter Erinnerung: „Zweieinhalb Minuten nach dem Halbzeitpfiff im WM-Finale hatten wir plötzlich den dreifachen Bedarf.“ Sonntags, 21.45 Uhr, der Abspann des Tatorts läuft – auch das sei regelmäßig deutlich am Wasserverbrauch zu erkennen. Solche Spitzen können das Wasserwerk allerdings nicht in Verlegenheit bringen: Unter Volllast können bis zu 380 Kubikmeter Trinkwasser pro Stunde produziert werden. In einem schwer gesicherten, unterirdischen Reservoir werden 5  000 Kubikmeter Wasser vorgehalten. Das entspricht dem Bedarf an einem warmen Sommertag.

Der Kubikmeter kostet bei dem Stadtwerken 1,63 Euro. „Dafür bekommen Sie 1000 Liter bestes Trinkwasser frei Haus“, sagt Abteilungsleiter Meusel: „Für den gleichen Betrag bekommen Sie im Supermarkt grade eine Flasche Bonaqua.“

In das neue Wasserwerk ist auch ein sogenanntes „Head-End“ der Digitalsparte integriert. „Die haben ein kühlen Raum möglichst mit Notstromversorgung gesucht“, so Meusel. Das bietet das Wasserwerk. Seitdem wird dort über zwei große Schüsseln das Fernsehsignal empfangen und in das Glasfasernetz eingespeist.

Am Sonnabend, 6. Juni, soll die Inbetriebnahme des neuen Wasserwerks von 11 bis 17 Uhr gefeiert werden. Besucher können die Anlage besichtigen, es werden Trinkwasser-Rallye, Entenangeln und eine Wasserlaufrolle zur Unterhaltung angeboten.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen