zur Navigation springen

Ahrensfelde : Milde Urteile für die Brandstifter

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die vier angeklagten Feuerwehrmänner aus Ahrensfelde erhalten einmal Bewährung und dreimal Geldstrafen.

Mit vergleichsweise milden Urteilen endete gestern der Prozess gegen die Brandstifter aus der Freiwilligen Feuerwehr Ahrensfelde. Drei kamen mit Geldstrafen und Auflagen für pädagogische Gespräche davon, der Haupttäter erhielt ein Jahr und sechs Monate Haft, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Alle vier saßen aber bereits zwischen zwei und vier Monate in Untersuchungshaft. Und auf sie kommen vermutlich noch Schadensersatz-Klagen zu. Bei der Brandserie entstand ein Sachschaden von etwa 100  000 Euro.

Neun Taten wurden den vier zur Last gelegt. Die Anklage vor dem Jugendschöffengericht lautete auf schwere gemeinschaftliche Brandstiftung. Die meisten Taten hatten zwei Auftragsbrandstifter ausgeführt, die bereits verurteilt sind. Die vier Feuerwehrleute hatten bereits polizeiliche Vorladungen zu Vernehmungen erhalten und Angst, dass sie auffliegen. Um sich Alibis für die Tatzeiten zu sichern, heuerten sie zwei Bekannte aus Hamburg an (wir berichteten).

„Die Schutzpflicht zur Gefahrenabwehr gilt nicht nur für Berufsfeuerwehrleute, sondern auch für Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr“, sagte die Vorsitzende Richterin in der Urteilsbegründung. Da gebe es nach dem Brandschutzgesetz keinen Unterschied. Das hatte einer der Anwälte angezweifelt.

Für drei der vier Angeklagte habe der Vorwurf nicht mit der erforderlichen Sicherheit nachgewiesen werden können, so die Richterin. Die Indizien reichten nicht aus, um einen gemeinsamen Tatplan nachzuweisen: „Wir müssen so überzeugt davon sein, dass vernünftige Zweifel schweigen.“ Deshalb wurden drei nur wegen Sachbeschädigung zu Geldstrafen zwischen 300 und 1000 Euro sowie drei bis fünf pädagogischen Gesprächen verurteilt.

Warum zwei von ihnen trotz intakter Werterziehung in ihren Elternhäusern straffällig wurden, sei kaum zu beantworten. „Vermutlich war es falsch verstandene Kameradschaft“, so die Richterin.

Ein 22-Jähriger, der bereits vor Beginn der Serie allein ein Feuer gelegt hatte, gilt als Drahtzieher. „Ohne seine Initiative wären die Auftragsbrandstifter nicht tätig geworden.“ Erhebliche Sachwerte seien so vernichtet worden und er habe seine Kameraden bei ihren Einsätzen gefährdet, so die Richterin. Dafür gab es 18 Monate Haft auf Bewährung.

„Die Strafabstufung ist nicht der Hit“, sagte Ahrensfeldes stellvertretender Wehrführer Peter Körner nach dem Urteil. Die Angeklagten hätten den Ruf von zehntausenden Feuerwehrleuten ruiniert. Sie hätten bei Befragungen mit treuen Augen versichert, dass sie unschuldig seien. „Das ist ein übler Vertrauensbruch, aber nicht strafbar.“ Positiv sei es, dass sich zumindest zwei von ihnen entschuldigt hätten. Tatsächlich sind alle noch Mitglieder in der Freiwilligen Feuerwehr.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen