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Stichwahl in Ahrensburg : Michael Sarach bleibt Bürgermeister – schlechte Wahlbeteiligung

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Bei der Stichwahl kann Amtsinhaber Michael Sarach (SPD) laut vorläufigem Endergebnis die Mehrheit in Ahrensburg erringen – doch die Bürger zeigen sich mehrheitlich wahlmüde.

Ahrensburg | Michael Sarach (62) bleibt Bürgermeister in Ahrensburg. Der SPD-Kandidat setzte sich gestern in der Stichwahl gegen den 50 Jahre alten Herausforderer Christian Conring (CDU) mit einem relativ deutlichen Ergebnis durch: Sarach erhielt 55,2 Prozent der abgegebenen Stimmen, Conring kam auf 44,8 Prozent. In absoluten Stimmen bedeutet das Ergebnis: 5322 Ahrensburger stimmten für Sarach, 4320 für Conring. Die Wahlbeteiligung lag mit 36,4 Prozent noch unter dem Wert des ersten Wahlgangs (39,7 Prozent). Zum Vergleich: Beim ersten Wahlgang vor 14 Tagen bekam Sarach 4839 Stimmen, Conring erhielt 3948 Stimmen. Damals hatte es mit Jörg Hansen (Grüne) allerdings noch einen dritten Kandidaten gegeben, der übrigens als einer der ersten gratulierte.

„Ja, ich bin wirklich erleichtert“, sah man Michael Sarach die Belastung des Wahlkampfes an, „ich habe mich ja schließlich auch um mein Amt gekümmert – das ist mein Job“, verriet der alte und neue Bürgermeister lächelnd, dass er „ein Gürtelloch an Gewicht“ verloren habe – „so zwei Kilo werden das wohl sein. Am heutigen Montag werde er „ganz normal“ seinen Amtsgeschäften nachgehen. „Es gibt genug Herausforderungen für die Stadt und jede einzelne ist sehr anspruchsvoll“, sprach Michael Sarach als allerstes die Unterbringung von Flüchtlingen an. „Auf jeden Fall habe ich nun noch genug Zeit, um angefangene Projekte voranzubringen.“ Eines der Projekte könnte das Thema Stadtmarketing sein.

Wenig erfreut zeigt sich Sarach über die erneut niedrige Wahlbeteiligung. „Eine Direktwahl des Bürgermeisters sollte bleiben, aber vielleicht sollte man künftig dem Bürgermeister ein politisches Mandat für sein Amt geben – das könnte die Menschen motivieren, zur Wahl zu gehen.“

Herausforderer Christian Conring gratulierte als erster dem Wahlsieger. „Es gab Momente während der Auszählung, da war ich ganz optimistisch – aber dann ging es doch in eine andere Richtung.“ Eigene Fehler im Wahlkampf könne er nicht erkennen, sagte Conring, der – wie er sagte – zunächst in der CDU-Fraktion der Stadtverordnetenversammlung bleiben werde. Conring ist Vorsitzender des Finanzausschusses.

Michael Sarach betonte gestern Abend noch einmal, dass er nicht vorzeitig aus dem Amt scheiden werde: „Ich werde natürlich meine Amtszeit erfüllen.“ CDU-Fraktionsvorsitzender Tobias Koch hätte sich ein anderes Ergebnis gewünscht, „das wäre besser für Ahrensburg gewesen“, sagte Koch nach dem vorläufigen Wahlergebnis. „Das Ergebnis unseres Kandidaten gegen den Amtsinhaber ist beachtlich, in sechs Jahren werden wir es wieder versuchen. Dann gibt es keinen Amtsbonus, sondern beide Kandidaten werden dann neu sein.“

Was am Wahlabend auffiel war die Tatsache, dass es weder für den Sieger, noch für den Verlierer einen Blumenstrauß gab – bei der Wahl von Sarach vor sechs Jahren war das anders. Und: Viel Besucher im Rathausfoyer bemängelten die schlechte Lesbarkeit der Einzelergebnisse auf der großen Leinwand. Das mag vielleicht auch daran gelegen haben, dass diese Leinwand aus einer Zeit stammt, in der Urlaubsdias gezeigt wurden.

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erstellt am 12.Okt.2015 | 06:40 Uhr

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