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Stormarner Tageblatt

19. November 2017 | 21:12 Uhr

Bad Oldesloe : Metropolis neu vertont

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Oldesloer Oho-Kino startet neue Veranstaltungsreihen mit besonderen Filmen. Den Auftakt macht Fritz Langs Stummfilm-Meisterwerk Metropolis.

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erstellt am 10.Okt.2017 | 06:00 Uhr

Seine Bühnen sind Berlin, New York, Paris, Madrid, natürlich Hamburg und jetzt auch Bad Oldesloe – der französische DJ Raphael Marionneau kommt zu einer seiner besonderen Vorführungen ins Oldesloer Oho-Kino. „Cinema abstrait“ heißt es, wenn er Freitag, 3. November, zum legendären Stummfilm „Metropolis“ von Fritz Lang live Musik auflegt.

Mit seinem „Café abstrait“ hat Raphael Marionneau, der seit 20 Jahren in Hamburg lebt, im Mojo-Club an der Reperbahn einen neuen Stil kreiert. Mit einem Mix aus Klassik, Jazz und Elektro prägte er den ersten Chillout-Club in Hamburg, der international Beachtung fand. Mit „Voyage abstrait“ tritt er regelmäßig im ausverkauften Hamburger Planetarium auf, wo er seinen Musikmix mit Sternenbildern kombiniert. Darüber hinaus hat er regelmäßige Sendungen bei NJoy und Klassik-Radio.

2006 bekam er eine Anfrage des Hamburger Filmfests, ob er nicht Musik zu einem Stummfilm machen könne. „Das Cabinet des Dr. Caligari“ war der Auftakt von „Cinéma abstrait“ mit dem er zu Festivals weltweit eingeladen wird.

Raphael schwärmt von den deutschen Stummfilmen: „In den 20er Jahren war Deutschland megakreativ und führend. Leider ist das mit den Nazis alles gestorben.“ Metropolis sei einer der wichtigsten Filme überhaupt – stilbildend und technisch ein Meisterwerk. „Inhaltlich ist er immer noch aktuell“, sagt Raphael. Mit großem Respekt habe er sich Metropolis in monatelanger Arbeit genähert, jede Szene 30 bis 40 mal angesehen, um den richtigen Sound dafür zu finden. „Die Originalmusik ist sehr schön“, findet der DJ, „aber manchmal auch sehr anstrengend und nicht mehr zeitgemäß.“ Seine Neuvertonung gebe dem Film „einen unheimlich frischen Wind“. Auch wenn die Set-Liste feststeht, wird die Musik live abgespielt – das gibt dem DJ die Möglichkeit auf das Publikum zu reagieren. Den Kontakt zwischen Raphael und Kinobetreiber Heinz Wittern hat der Wir-Verein über Günter Knubbe vermittelt.

Mit der besonderen Metropolis-Vorführung startet Heinz Wittern die nächste Phase der Kino-Wiederbelebung. Zwei Monate nach der Neueröffnung sei die Basis geschaffen, so Wittern. Er habe ein Kino-Team, Filme und auch Besucher. Die Zahl der Gäste habe sich seit der Eröffnung verdreifacht. Wittern: „Wir werden wieder gerne wahrgenommen. Das fühlt sich richtig gut an.“ Besonders an den Wochenende seien die Besucherzahlen gut. Mit besonderen Aktionen soll montags bis mittwochs mehr Publikum angesprochen werden. „Sneaks“ ist ein Stichwort, das er häufiger verwendet. Um zu testen, wie ein Streifen ankommt, stellen Studios noch vor dem Bundesstart Filme für sogenannte „Sneak Previews“ zur Verfügung – der Besucher weiß nicht, was ihm an dem Abend geboten wird, lässt sich zu einem günstigeren Preis auf ein Abenteuer ein.

Bei der „Ladies Night“ geht es hauptsächlich um Filme mit Gefühl und viel Romantik. Dazu wird ein Glas Sekt gereicht. Ein mal im Monat soll auch ein Film in der englischen Originalfassung gezeigt werden. „Wenn etwas Interessantes anliegt, können wir natürlich auch französische oder spanische Filme zeigen“, verspricht Kino-Chef Wittern. In der Rubrik „Arthouse“ sollen regelmäßig besondere Filme gezeigt werden. Unter „Cinema meets music“ soll – wie mit Metropolis – eine neue Welt für Auge und Ohr erschlossen werden. Das können mal alte Filme, Naturdokus oder Zeichentrickfilme sein. Das Programm soll jeweils monatsweise bekannt gemacht werden.

„Cinéma abstrait“ mit Metropolis und DJ Raphael am Freitag, 3. November, beginnt um 20 Uhr. Vorverkauf im Kino läuft, Tickets: 14 Euro.

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