Ein Krankenhaus im Metal-Fieber : Metalheads als Lebensretter - WOA-Blutspende ein voller Erfolg

Ein Pieks, der Leben retten kann: WOA-Veranstalter Holger Hübner nahm gleich am Morgen auf der Liege Platz, um Blut zu spenden. Foto: röhrs
Ein Pieks, der Leben retten kann: WOA-Veranstalter Holger Hübner nahm gleich am Morgen auf der Liege Platz, um Blut zu spenden. Foto: röhrs

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15. Juni 2013, 09:06 Uhr

wacken/Itzehoe | Im zweiten Untergeschoss des Klinikums Itzehoe herrschte gestern der Ausnahmezustand. Das Wartezimmer in der Blutspendestation war voll mit Metal-Fans, auf dem Flur liefen auf einem riesigen Flachbildfernseher Ausschnitte von Heavy-Metal-Konzerten und auf den Liegen wippten die Blutspender trotz Aderlass mit den Zehenspitzen im Takt zur Metal-Musik, die im Hintergrund dudelte bis das medizinische Personal - in schwarzem T-Shirt und schwarzen Einweghandschuhen - sie von der Nadel nahmen. Zum gestrigen Weltblutspendetag fand am Klinikum Itzehoe zum ersten Mal eine Spende-Aktion extra für Metalheads statt. Unter dem Motto "Spende Blut - zusammen mit dem WOA-Team" ließen sich die Wacken-Fans anzapfen. Heavy Metal und Blutspende passt wunderbar zusammen, wie der Leiter des Blutspendedienstes Robert Adam findet: "Metal ist Eisen und Eisen haben wir im Blut." Die Resonanz sei schlichtweg "unglaublich", war Adam überwältigt. Normalerweise kämen zu einem Blutspende-Termin etwa 30 Spender. Diese Aktion sprengte jedoch alle Rekorde. Gegen 16 Uhr waren es schon 130 Spender, über 40 warteten noch auf den Aderlass - und es wollten noch viel mehr. "Wir mussten einen Aufnahmestopp verhängen, weil wir das logistisch sonst nicht mehr hätten stemmen können." Über 80 Prozent seien Erstspender wie Sebastian Mücke aus Itzehoe (33). "Ich fühle mich ein bisschen zitterig, sonst lasse ich nur Tätowiernadeln an meinen Körper." So schlimm war es dann aber doch nicht. "Ich komme wieder." Auf Nachhaltigkeit hoffen Adam und WOA-Veranstalter Holger Hübner: "Es ist wichtig, dass es nicht bei einer Einmalaktion bleibt, sondern die Leute wiederkommen." Deshalb soll es eine Wiederholung der Aktion geben. Dann ist auch wieder Stephanie Speck (35) dabei. Sie war extra aus Büdelsdorf angereist: "Das ist eine tolle Idee. Es kann jedem mal etwas passieren". Resonanz gab es aus ganz Deutschland wie Hübner erklärt: "Wir überlegen, ob wir das bundesweit machen können." Gespräche mit dem DRK laufen bereits.

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