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Wacken Open Air : Metal-Wechselbad bei tropischen Temperaturen

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Rammstein, Heino, Doro, Motörhead, Deep Purple, Alice Cooper und mehr als 100 weitere Bands: Den Fans wurde in Wacken vier Tage lang das volle Programm geboten.

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erstellt am 06.Aug.2013 | 02:27 Uhr

Wacken | Heavy Metal, als gäbs kein Morgen: Das mittlerweile 24. Wacken Open Air bot musikalisch von allem etwas - eines der stärksten Band-Billings seiner Geschichte, eine beeindruckende Headliner-Show, einen Konzertabbruch, ein großes Bühnenjubiläum und vieles mehr, was das Herz eines Schwermetallers höher schlagen lässt. Und das alles bis auf eine kleine Ausnahme bei fast tropischen Temperaturen.
Auch wenn hier und da die Kritik geäußert wurde, dass einige Metal-Richtungen wie Black oder Death Metal unterrepräsentiert seien, boten mehr als 120 Bands vier Tage lang beeindruckende Shows auf sieben Bühnen. Schon gleich am ersten Abend gab es zwei Highlights zu bestaunen: Zunächst holte die Hardrocklegende Deep Purple die alten Protestzeiten der 60er Jahre zurück, dann kam es mit Rammstein zum großen Showdown auf der True Metal Stage.

Heino auf der True Metal Stage

In der Zugabe des Headliners trat der deutsche Schlagerbarde Heino beim gigantischen Spektakel dann tatsächlich auf die Bühne und intonierte gemeinsam mit Sänger Till Lindemann den von Heino zuvor auf seiner CD "Mit freundlichen Grüßen" gecoverten Song "Sonne." Das "R" rollte er allerdings genauso gekonnt wie der Rammstein-Frontmann und äußerte sich hinterher rundum lobend über die Veranstaltung.
Das am nächsten Tag folgende Wechselbad hatten die Fans der britischen Hardrockband Motörhead wohl noch nie erlebt. Obwohl es zuvor Gerüchte gab, dass der Auftritt aus gesundheitlichen Gründen von Bandleader Lemmy abgesagt werden sollte, stand das Trio dennoch auf der Bühne und spielte die ersten Songs wie gewohnt. Nach einer halben Stunde verkündete jedoch WOA-Organisator Thomas Jensen, dass Bandleader Lemmy seinen Auftritt nicht fortsetzen könne. "Wir bitten um euer Verständnis." Auch eine Premiere in Wacken.

Rockröhre Doro und Mittelalter-Folk mit Rabenschrey

Immerhin konnte einen Auftritt später Rockröhre Doro Entwarnung geben: "Es geht ihm schon wieder besser!" Sie feiere bereits ihr 30. Bühnenjahr, unter dem Titel "30 years strong and proud" ("30 Jahre stark und stolz") mit mehreren Gastsängern wie Chris Boltendahl, Sänger von "Grave Digger", Udo Dirkschneider, ehemaliger Sänger von "Accept", jetzt "U.D.O.", und "Subway-to-Sally"-Sänger Eric Fish, bevor sie ihren wohl bekanntesten Song "Für immer" intonierte.
Für viel Stimmung sorgten auch die Auftritte im Wackinger Village. Da stand zum Beispiel heidnischer Mittelalter-Folk mit Rabenschrey auf der Bühne. Die Mannen um Sänger Peter Wohlers alias "Donar von Rabenschrey" machten ordentlich Radau und setzten auch Pyrotechnik ein. "Wir wollen nur mit euch feiern", sagte Sänger Wohlers.

Plattenvertrag für Metal-Nachwuchs

Gruselig wurde es hingegen wieder bei Alice Cooper, der erneut in einer düsteren Show keinen Effekt scheute, am Ende auf der Bühne sein Leben theatralisch zu beenden. Nachdem noch zahlreiche weitere Top Acts wie Anthrax, Danzig, Nightwish, Anvil und Subway to Sally die Bühnen gerockt hatten, gingen die Fans schließlich selig nach Hause.
Während auch Interpreten wie Mambo Kurt an seiner Orgel und die Wacken Firefighters mit Blasmusik wie gewohnt für kultige Feierlaune sorgten, wurden die Kanadier Crimson Shadows mit ihrer Mischung aus Epic Death und Power Metal zum Sieger des Metal Battle, eines internationalen Nachwuchs-Wettbewerbs, gekürt. Sie setzen sich gegen die Konkurrenz aus fast 30 Ländern durch. Neben diversen hochwertigen Sachpreisen freute sich die Band vor allem über das, was die großen Stars auf den Hauptbühnen bereits hatten: einen Plattenvertrag.

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