Stormarn : Menschen des Jahres 2017 geehrt

Hella Lorberg aus Bargteheide, Jörg Vanhoefer und Karin Hoffmann vom Verein Kaktus in Bad Oldesloe und Jens Löper von der Initiative Pro Park aus Reinfeld (v.l.) sind die Menschen des Jahres 2017.
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Hella Lorberg aus Bargteheide, Jörg Vanhoefer und Karin Hoffmann vom Verein Kaktus in Bad Oldesloe und Jens Löper von der Initiative Pro Park aus Reinfeld (v.l.) sind die Menschen des Jahres 2017.

Trotz eines offiziellen Siegers der Leserwahl dürfen sich alle nominierten Ehrenamtlichen aus Stormarn als Gewinner fühlen

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08. Dezember 2017, 10:52 Uhr

„Sie alle sind Gewinner, weil sie sich engagieren, und wir alle sind Gewinner, weil Sie sich für uns mit engagieren“, betonte Redaktionsleiter Stephan Poost bei der Ehrung der Menschen des Jahres 2017 im feierlichen Rahmen im Bürgerhaus.

Drei Kandidaten standen zur Wahl, die Leser des Stormarner Tageblattes konnten abstimmen. Der Kandidat mit den meisten Stimmen wird am 16. Dezember landesweit in allen Ausgaben des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (sh:z) vorgestellt.

Das Ergebnis war knapp, doch am Ende erhielt Jens Löper von der Bürgerinitiative Pro Park aus Reinfeld die meisten Leserstimmen. Stephan Poost gratulierte ihm für sein ehrenamtliches Engagement für den Erhalt der beliebten Grünfläche im Herzen der Karpfenstadt. 2011 gründeten er und seine Mitstreiter die Initiative Pro Park und verhinderten durch eine Unterschriftenaktion, dass auf der Grünfläche gegenüber der Matthias-Claudius-Kirche ein Supermarkt gebaut wurde. 3500 Unterschriften überzeugten den Bürgermeister, der Investor sprang ab. Noch heute kümmert sich die Initiative um den Park, gab ihm einen Namen (Neuhöfer Park), sanierte den Springbrunnen, pflanzt und säubert, rief ein Park- und Lichterfest ins Leben. „Durch unser Engagement für den Neuhöfer Park sind Menschen wachgerüttelt worden. Es lohnt sich immer, sich einzubringen“, so Jens Löper.

Die Leser des Stormarner Tageblatts wählten Hella Lorberg aus Bargteheide auf den zweiten Platz. Seit 35 Jahren engagiert sie sich in ihrem Heimatort. Musik ist ihr Leben. Dafür setzt sie sich unermüdlich ein, hat sich nicht nur um die Kirchenmusik verdient gemacht, sondern startete auch eine Spendenaktion für den Erhalt der Orgel, setzte sich für die Musikerziehung ein und sammelt dafür immer aufs Neue Spenden. Ihr neuestes Projekt sind die „Bargteheider Stadtmusikanten“. In diesem Netzwerk haben sich alle Anbieter musikalischer Früherziehung zusammengeschlossen. Ziele sind mehr Musik in Kindertagesstätten und Grundschulen und besondere Förderung von Kindern aus sozial schwachen Familien. Für ihr ehrenamtliches kulturelles Engagement hat Hella Lorberg schon viele Preise erhalten – erst kürzlich die Verdienstmedaille der Bundesrepublik. Auf die Frage von Stephan Poost, wie sie es schaffe, so viele Spender zu gewinnen, antwortete sie: „Ich bin beharrlich und scheue mich nicht, die richtigen Leute anzusprechen.“

Der Oldesloer Verein Kaktus wurde von den Lesern auf den dritten Platz gewählt. Seit 2015 gibt es den interkulturellen Treffpunkt in der Kreisstadt. Ziel der Arbeit ist, das friedliche Zusammenleben von Migranten und Einheimischen zu fördern. Der Name „Kaktus“ steht dabei nicht zufällig für den grünen, wehrhaften Gesellen aus dem vorderen Orient, der gut gegen Dürre und schlechte Zeiten gewappnet ist. Ein Schwerpunkt der Kaktus-Arbeit ist die Sprache: Vermittlung von Sprachpartnerschaften, niederschwelliger Deutschunterricht, Beratungsgespräche, vielfältige Unterstützung in Alltagsfragen. „Integration braucht Hilfe von Mensch zu Mensch“, betonte Vorsitzender Jörg Vanhoefer.

„Sinn unserer Veranstaltung ist es, das Augenmerk auf die Vielfalt ehrenamtlicher Arbeit zu leiten, denn selbstverständlich ist diese Arbeit mit Sicherheit nicht“, so der Redaktionsleiter.

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